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Fledermäuse

Wasserfledermaus

Foto: Matthias Göttsche

 

Fröruper Berge: Ein Eldorado für Wasserfledermäuse

 

Es ist wieder Saison: Die Fledermäuse in der Obere Treenelandschaft ziehen ihre Jungen groß!

Während in den Siedlungen in der Dämmerung vor allem Zwerg- und Breitflügel-Fledermaus zu beobachten sind, tummeln sich in den Waldgebieten Arten wie Braunes Langohr, Fransen- und Wasserfledermaus sowie Großer Abendsegler.

Der Fledermaus-Experte Matthias Göttsche hat bei seinen Untersuchungen in den Fröruper Bergen eine außergewöhnlich hohe Zahl an Wasserfledermäusen festgestellt. Bei der Bestandserfassung ist er sehr akribisch vorgegangen und hat vier verschiedene Methoden angewandt: Neben nächtlichen  Netzfängen, und der Kontrolle der Kunsthöhlen wurden ettliche Kilometer mit Detektoren abgeschritten und schließlich wurden im Wald noch Aufnahmegeräte (sog. Batcorder) positioniert. Die im Netz gefangenen Fledermäuschen wurden nur kurz bestimmt, vermessen und mit einem Klecks Nagellack auf der Kralle versehen, um  eine Doppelzählung zu vermeiden und dann wieder frei gelassen.

Göttsche ist begeistert: „Die natürlichen Waldflächen und die große Biotopvielfalt der Fröruper Berge sind ein wichtiges Refugium für heimische Fledermausarten“. Insgesamt hat er neun verschiedene Arten festgestellt, das große Vorkommen der Wasserfledermaus ist auf Schleswig-Holstein bezogen bemerkenswert.

Die Wasserfledermaus gehört innerhalb der Fledermäuse zu den Glattnasen und verdankt ihren deutschen Namen ihrem Jagdverhalten. Sie stellt ihren Beutetieren, vor allem Zuckmücken und andere Wasserinsekten, in geringem Abstand über Gewässeroberflächen nach.

Mit einer Spannweite von etwa 26 cm und einem Gewicht von 7 g bis 15 g zählt sie zu den mittelgroßen heimischen Arten. Ungefähr ein Drittel ihres Körpergewichts muss eine Fledermaus in jeder Nacht zu sich nehmen. Typisch für Wasserfledermäuse sind ihre enorm großen Füße. Sie werden etwa drei Jahre alt.

Tagsüber halten sich die Fledermäuse vor allem in Baumhöhlen auf, meist in der Nähe ihres Jagdreviers. Die Weibchen sammeln sich im Juni in sogenannten Wochenstuben, in denen sie ihre säugenden Jungtiere bis Ende August aufziehen. Danach finden sich die Jungtiere selbständig in den Winterquartieren ein.

In Frörup ist auch an die Winterzeit gedacht: In Doras Fledermauskeller am Ostrand der Fröruper Berge finden die Säugetiere optimale Bedingungen für den Winterschlaf bei gleichbleiben 6 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit.