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Moore und ihre Schutzwürdigkeit

Was sind Moore?

Moore sind besondere Ökosysteme, in denen das Wasser die entscheidende Schlüsselrolle hat, denn für intakte Moore ist ein dauerhafter Überschuss an Wasser notwendig. Dieser kann in hohen Niederschlägen, hoch anstehendem Grundwasser oder Oberflächenwasser begründet sein. Der Wasserstau führt dazu, dass die Böden in diesen Gebieten nicht mehr durchlüftet werden und anaerobe Bedingungen, also Luftmangel im Boden herrscht. Folglich sind die natürlichen Abbauprozesse des abgestorbenen, organischen Materials nur noch eingeschränkt möglich, da sogenannte Destruenten (Zersetzer) den Sauerstoff aus der Luft für ihre Zersetzungsprozesse benötigen. Ohne den Abbau können sich die abgestorbenen Pflanzenreste nahezu unzersetzt anreichern. Es bildet sich Torf. Ab einer Dicke von 30 cm Torfmächtigkeit wird von einem Moorboden gesprochen. Besonders begünstigend für das Moorwachstum ist das Vorhandensein einer charakteristischen Moorvegetation. Hierzu gehört das Torfmoos, das eine häufige Moosart der feuchten, intakten Moore ist. Insgesamt schreitet das Mooswachstum aber nur sehr langsam voran: pro Jahr legt das Moor um nur 1 mm Mächtigkeit zu.

Es gibt verschiedene Arten von Mooren, wobei die Hauptunterscheidung in der Art der Wasserversorgung und der damit verbundenen Nährstoffverfügbarkeit liegt. Während Hochmoore ausschließlich durch Regenwasser gespeist werden, haben Niedermoore zudem einen Anschluss ans Grundwasser, was insgesamt zu einer höheren Nährstoffverfügbarkeit als in Hochmooren führt.

 

Wird den Mooren durch Entwässerungsmaßnahmen das Wasser entzogen, gerät der Moorbildungsprozess aus den Fugen. Luft kann nun in den Boden eindringen und der Zersetzungsprozess der organischen Substanz im Boden kann beginnen. Die Torfmächtigkeit sinkt und das in den Pflanzenresten über Jahre gespeicherte CO² kann in die Atmosphäre entweichen. Durch den Abbau führt dies auch zu einer Sackung der Böden. In Deutschland stammen etwa 7,5 % der freigesetzten Treibhausgasemissionen aus entwässerten Moorböden, wobei Moorböden insgesamt nur etwa 5 % der Landesfläche einnehmen (BMUV 2022). Somit tragen entwässerte Moorböden einen bedeutenden Teil zum Ausstoß klimarelevanter Gase bei.

Aus dem Mooratlas 2023 (Mooratlas, Eimermacher/stockmarpluswalter (M), CC BY 4.0)

Bedeutung von Mooren

Intakten Mooren kommt auf unterschiedlichen Ebenen eine hohe Bedeutung zu. Sie leisten z.B. einen wichtigen Beitrag für den Arten-, Hochwasser- und Klimaschutz.

Artenschutz: Aufgrund der besonderen Lebensbedingungen in Mooren mit sauren und nährstoffarmen Verhältnissen können nur wenige an diese Bedingungen angepasste Arten einen passenden Lebensraum finden. Das Überleben dieser spezialisierten Arten hängt maßgeblich von dem Erhalt der Moore ab. Hierzu gehören besondere Pflanzen wie die Torfmoose, der Sonnentau oder die Moorlilie aber auch eine Vielzahl an Libellen- und Vogelarten.

Hochwasserschutz: Moore verhalten sich aufgrund des hohen Anteils an organischer Substanz im Boden wie Schwämme, weshalb hohe Wasserstände kein Problem darstellen und leicht von den Moorböden aufgenommen werden können.

Klimaschutz: Intakte, nasse Moore haben eine bedeutende Funktion fürs Klima, da sie in ihren Torfschichten eine große Menge CO² speichern. Laut dem Mooratlas der Heinrich Böll Stiftung von 2023 speichern Moore doppelt so viel CO² wie die Gesamtheit aller Wälder der Erde, wobei Moore nur 3 % der Landfläche der Erde bedecken. Somit sind sie als ein riesiger CO²-Speicher zu betrachten, dessen Schutz und Fortbestehen eine hohe Bedeutung hat, wenn der Austritt an klimaschädlichen Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre verringert werden soll.

Aus dem Mooratlas 2023 (Mooratlas, Eimermacher/stockmarpluswalter (M), CC BY 4.0)

Wiedervernässung:

Seit dem 17. Jahrhundert wurden Moore drainiert und entwässert, um sie anschließend nutzen zu können, wobei eine Intensivierung der Zerstörung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vonstattenging. Um die CO²-Ausgasung aus entwässerten Mooren zu verhindern, ist die Wiedervernässung von Moorböden unerlässlich. Das im Torf gespeicherte CO² entweicht nur so lange, wie Luft in den Boden eindringen kann und die Mineralisation der Pflanzenreste im Boden in Gang setzt. Durch die Überstauung der Böden wird dieser Prozess unterbunden. Umgesetzt werden kann so eine Vernässung, indem sichergestellt wird, dass jeglicher Abfluss von Wasser aus dem Moor unterbunden wird. Dies kann z.B. durch die Aufnahme von Drainagen oder durch Setzen eines Staus in wasserabführenden Gräben umgesetzt werden.

 

 

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (2022): Moorschutz. Abrufbar unter: https://www.bmuv.de/themen/naturschutz-artenvielfalt/naturschutz-biologische-vielfalt/moorschutz

Heinrich-Böll-Stiftung; BUND e.V.; Michael Succow Stiftung (2023): Mooratlas. Daten und Fakten zu nassen Klimaschützern. Abrufbar unter: https://www.boell.de/de/mooratlas

Aus dem Mooratlas 2023 (Mooratlas, Eimermacher/stockmarpluswalter (M), CC BY 4.0)

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