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Bild des Monats

Grünes Heupferd bei der vorletzten Häutung

Foto: Elise Dierking

 

Bild des Monats Juli 2022

Das Grüne Heupferd bei einer Häutung

Das Grüne Heupferd ist die größte in Deutschland vorkommende Heuschrecke. Sie ist eine Langfühlerschrecke und gehört zu den Laubheuschrecken.

Zu finden ist sie in den warmen Sommermonaten an hochwüchsigen Standorten, auf Wiesen und an Wegrändern. Aber auch im eigenen Garten ist sie anzutreffen. Oft hört man sie an schönen Sommertagen, wenn die Männchen versuchen, durch ihren Gesang die Weibchen anzulocken. Das Zirpen entsteht durch das Zusammenschlagen der Vorderflügel und ist bis zu 200 Meter weit zu hören.

Durch die meist grüne Färbung kann sich das Grüne Heupferd im hohen Gras gut tarnen. Ausgewachsene Tiere werden ca. 4 cm groß. Bei den Weibchen kommt noch die Legeröhre mit bis zu 3 cm hinzu. Mit diesem Legebohrer, der leider oft fälschlicherweise als Stachel angesehen wird, legt das Weibchen 200-600 Eier in den Boden ab. Diese Eier bleiben dort zwei bis fünf Jahre liegen, bevor dann im Frühjahr kleine, noch flügellose Heuschreckenlarven schlüpfen. Bis sie erwachsen sind, durchleben die Larven sieben Stadien, in denen sie wachsen und jeweils die zu klein gewordene Außenhaut, die Kutikula, ablegen.

Um die Schwerkraft zu nutzen, hängt sich die Larve dabei kopfüber auf. Dann pumpt sie sich selbst mit Luft auf und presst eine Blutflüssigkeit vom Hinterleib in den Brustabschnitt. Die alte Außenhaut hat im oberen Bereich eine Linie, die unter dem gewaltigen Druck aufplatzt. Wie aus einem Kostüm steigt sie aus der Hülle aus. Die neue Haut muss allerdings erst noch an der Luft härten.

Nachdem der Häutungsprozess abgeschlossen ist, verspeist die Laubheuschrecke ihre alte Haut, die überwiegend aus Chitin besteht. Die Zusammensetzung aus Zucker- und Eiweißbausteinen ist ausgesprochen nährstoffreich und somit eine gute Nahrungsquelle.

Erst bei der letzten Häutung ab Juli entfalten sich die Flügel.

Übrigens hört das Grüne Heupferd mit seinen Beinen, denn dort sitzen die Gehörorgane.

Gespinstmotte auf Weißdorn

Foto: Britta Gottburg

 

Bild des Monats Juni 2022

Keine Angst vor Gespinstmotten

Das Wichtigste zuallererst: Die Gespinstmotten sind nicht gesundheitsschädlich für Mensch und Haustier, da sie, im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner, keine giftigen Brennhaare besitzen. Ihre kunstvollen Gespinste kann man jetzt vielerorts bestaunen, teilweise sind ganze Bäume von diesem weißen Gewand umhüllt. Doch auch die befallenen Bäume erholen sich im Normalfall schnell wieder, sofern die Raupen nicht jedes Jahr wieder auftreten. Hierfür lohnt es sich, den Garten sehr naturnah zu gestalten, um möglichst viele Fressfeinde wie insektenfressende Singvögel, Eidechsen und Fledermäuse anzulocken.

Die Flugzeit dieser Nachtfalter beginnt im Juni und endet im August. Während dieser Zeit kann man sie mit Beginn der Dämmerung bis zur vollständigen Dunkelheit beobachten. Nach der Paarung bis spätestens im August legen die Weibchen die Eier dachziegelartig zum Beispiel an Schlehe, Weißdorn, Pflaume oder Kirsche ab. Nach einigen Wochen schlüpfen die Raupen und durchleben mehrere Stadien. Ab dem Frühjahr des Folgejahres beginnt dann die intensive Fressphase, in der sie ganze Bäume kahlfressen können. Um sich vor Nässe und Fressfeinden zu schützen, bauen sie sich feine Gespinste aus unzähligen, hauchdünnen, reißfesten Fäden, welche zunehmend erweitert werden, bis sie kurz vor der Verwandlung zum Schmetterling das Fressen einstellen. Nach einigen Tagen schlüpfen die Falter. Zu erkennen sind sie an den weißen Vorderflügeln mit dunklen Punkten und grauen Hinterflügeln.

Die Gespinste des Eichenprozessionsspinners sind kleiner und kompakter und kommen ausschließlich an Eichen vor. Im Norden Schleswig-Holsteins wurden bisher keine Fälle bekannt, seine Ausbreitung schreitet allerdings weiter voran.

Wollschweber auf Löwenzahn

Foto: Christina Eckert

 

Bild des Monats Mai 2022

Warum fliegen Insekten auf gelb?

Viele Pflanzen locken Insekten mit ihren Blütendüften an. Neben dieser Vorgehensweise haben auch visuelle Lockmittel eine große Bedeutung:

Insekten sehen die Welt anders als wir Menschen. Abgesehen davon, dass Insekten Facettenaugen besitzen und keine scharfen Bilder, sondern Objekte in Pixelbildern sehen, gibt es auch deutliche Unterschiede in der Farberkennung.

Die Farbe Rot zum Beispiel kann von Bienen und den meisten anderen Insekten nicht erkannt werden. Das liegt daran, dass Bienen andere Absorptionsmaxima der drei unterschiedlichen Farbrezeptoren Blau, Grün und Gelb haben. Während bei uns Menschen die Empfindlichkeit des letzten Bereichs – der Farbe Gelb – bis in den roten Bereich hineinreicht, endet sie bei den Bienen bereits bei der Farbe Grün. Dafür beginnt ihre maximale Empfindlichkeit bereits im UV-Licht-Bereich.

Weiße und gelbe Blüten wie Schneeglöckchen und Löwenzahn werden deshalb besonders gut wahrgenommen, weil sie mit dem blattgrünen Hintergrund das UV-Licht besonders gut reflektieren.

Wir Menschen freuen uns, wenn die Blümchen, die wir im Garten haben, besonders bunte Blüten tragen. Eine wunderschöne, rote Mohnblume aber wird von Bienen nur als schwarzer Fleck gesehen. Nur einige Schmetterlinge können rote Farben erkennen. Für uns vielleicht eher unscheinbare Pflänzchen hingegen haben für Bienen eine hohe Anziehungskraft, da manche Blüten ultraviolette Muster aufweisen, die den Bienen zusätzliche Orientierung bieten.

Da in der Natur alles aufeinander abgestimmt ist, steht auch die Häufigkeit der Blütenfarbe in direktem Zusammenhang mit den Insekten, die die Pflanze bestäuben können.

Der prozentuale Anteil von weißen und gelben Blüten ist also nicht durch Zufall viel höher als der Anteil von blauen, violetten, roten oder orangenen Blüten.

Geotropismus

Foto: Michael Sturm

 

Bild des Monats April 2022

Geotropismus

Unter Geotropismus versteht man den Einfluss der Schwerkraft auf das Pflanzenwachstum. Das Wort setzt sich zusammen aus den Worten Geo = Erde/Boden und Tropismus = Pflanzenbewegung.

Diese Bewegung wird durch einen Reiz (Schwerkraft) ausgelöst.

Pflanzenbewegungen dienen der einzelnen Pflanze dazu, den Lebensraum bestmöglich auszunutzen bzw. zu erschließen, oder um Gefahren auszuweichen.

Baumschwämme richten ihre Fruchtkörper-Unterseite "positiv geotrop"(erdzugewandt) aus. So können die Sporen bei Reife unbehindert und frei in Richtung Erdmittelpunkt fallen.

Der Fruchtkörper, der sich also an einem stehenden Baum entwickelt hat, wächst in einem anderen Winkel weiter, nachdem der Baum umgefallen ist. 

Tagpfauenauge

Foto: Bernd Hansen

 

Bild des Monats März 2022

Frühe Falter

Insekten sind wechselwarme Tiere, d.h. sie passen ihre Körpertemperatur der Außentemperatur an. Mit sinkenden Temperaturen verkriechen sie sich im Herbst in der Erde, unter Baumrinden, in Laubhaufen, in Schuppen oder Mauerwerk und verfallen dort in eine Winterstarre. Dabei werden ihre Körperfunktionen auf ein Minimum runtergefahren, so dass sie kaum Energie benötigen. Gehen die Temperaturen allerdings zu weit nach unten, erfrieren viele Insekten.

Wenn im Frühjahr die Temperaturen langsam wieder steigen und erste Blüten in der Natur zu sehen sind, beginnt auch die Insektenwelt wieder zu erwachen. Falter können als Ei, als Raupe, als Puppe oder adultes Insekt überwintern. Deshalb sind ab Februar bei sonnigem Wetter bereits auch einige Schmetterlingsarten wie der Zitronenfalter, der Kleine Fuchs, der Admiral, der Aurorafalter, der C-Falter, der Trauermantel und das Tagpfauenauge zu finden.

Birke mit Hexenbesen

Foto: Christina Eckert

 

Bild des Monats Februar 2022

Hexenbesen

 

Besonders im Winter, wenn die Birken keine Blätter tragen, sind die sogenannten „Hexenbesen“ gut zu erkennen. Diese Wuchsstörungen entstehen in der Baumkrone und werden durch winzige Schlauchpilze ausgelöst. Die Inhaltsstoffe dieser Pilze verursachen den massenhaften Austrieb von sogenannten schlafenden Knospen. Dadurch bildet der Baum an den betroffenen Stellen zahlreiche kurze dünne Ästchen aus, die meist ein kugelförmiges Gebilde ergeben. Vom Aussehen her erinnern diese kugeligen buschigen Verzweigungen sehr an Besen aus früheren Zeiten, in denen Birkenzweige an einem Stiel befestigt worden sind. Aus zahlreichen Überlieferungen, Sagen und Märchen sind uns diese Besen bekannt als Fluggeräte für Hexen.

Bergfink

Foto: Bernd Hansen

 

Bild des Monats Januar 2022

Der Bergfink

 

Der Bergfink ist ein Singvogel aus der Familie der Finken. Zu seinem Lebensraum gehören skandinavische Birken-, Nadel- und Erlenwälder. Er ist 15 cm groß und gut an seiner auffälligen Färbung zu erkennen: Die Männchen haben im Winterhalbjahr einen bräunlichgrau gefiederten Kopf und Nacken. Im Sommerhalbjahr verfärben sich diese Stellen schwarz. Auf der Brust und an der Schulter ist der Bergfink orange gefiedert. Am Schwanz und am Bauch befindet sich weißes Gefieder. Die Weibchen sind deutlich blasser in ihren Farben.

Die Brutzeit ist von Mai bis Juni. Während dieser Zeit werden 5 – 7 Eier innerhalb von 14 Tagen im Nest ausgebrütet. Die Nestlingszeit, in der sich beide Elternvögel um die Aufzucht der Jungen kümmern, beträgt ebenfalls 14 Tage.

Der Bergfink ist ein Zugvogel und hat unter den Finken wohl das ausgeprägteste Zugverhalten. Bei uns in Deutschland sieht man die Bergfinken entweder als Wintergast oder als Durchzügler auf dem Weg in entferntere Überwinterungsgebiete in Südeuropa oder sogar in Nordafrika. Während ihrer Reise tun sie sich zu riesengroßen Schwärmen zusammen.

Zur Nahrung der Bergfinken gehören im Sommerhalbjahr Insekten, Wirbellose und Beeren, im Winter ernähren sie sich gern von Sämereien wie Bucheckern oder an Futterstellen von Nüssen und Sonnenblumenkernen.

Ilex

Foto: Katja Keller

 

Bild des Monats Dezember 2021

Warum der Ilex auch Stechpalme genannt wird

 

Der Ilex gehört zu den Stechpalmengewächsen. Es gibt weltweit über 400 Arten. Alle Büsche und Bäume sind immergrün und werden zwischen 2 m und 25 m hoch. Ein besonderes Phänomen an großen Pflanzen ist, dass die glänzenden dunkelgrünen Blätter im unteren und oberen Bereich sich unterscheiden: Während die unteren Blätter dornig sind, bilden die Pflanzen weiter oben außer Reichweite von Fressfeinden eher Blätter mit glatten Rändern. Das nennt man Blattdimorphismus.

Der Name Stechpalme bezieht sich auf die stacheligen Blätter, welche für Christen die Dornenkrone Jesu symbolisieren, die leuchtend roten Beeren hingegen stehen dabei für seine Blutstropfen. An diesen Beeren kann man den Ilex meist schon von weitem erkennen. Für uns Menschen sind diese Beeren giftig, vielen Vögeln hingegen dienen sie als beliebte Nahrung im Winter.

Fliegenpilze

Foto: Britta Gottburg

 

Bild des Monats November 2021

Fliegenpilze

Den wunderschönen, aber giftigen Fliegenpilz haben wohl viele schon einmal entdeckt. Mit seiner auffälligen roten Färbung und den weißen Flocken auf dem bis zu 18 cm großem Hut ist er von Sommer bis Herbst in Laub- und Nadelwäldern oder an Wegrändern unter Bäumen zu finden. Besonders unter Birken scheint er sich wohl zu fühlen. Der Fliegenpilz ist einer der berühmtesten Pilze, da er als Glücksbringer gilt.

Der Fliegenpilz zählt zu den ältesten bewusstseinsverändernden Mitteln der Menschheit. In vielen alten Kulturen wurde er als Rausch- und Zauberpilz genutzt und verehrt, denn er begleitete Schamanen bei ihren Seelenreisen zu Geistern und Göttern und half bei der Suche nach Verlorengegangenem und der Erforschung der Zukunft.

Seine Inhaltsstoffe finden auch heute noch bei verschiedenen Leiden vor allem in der Homöopathie Anwendung.

Starenschwarm

Foto: Andrea Thomes

 

Bild des Monats Oktober 2021

Starenschwärme

Jedes Jahr, wenn der Sommer sich dem Ende neigt und der Herbst näher rückt, beginnen die Stare damit, sich in Schwärmen zu versammeln. Dieses Ereignis ist ein besonderes Naturschauspiel, da die kleinen schwarzen Vögel wahre Meister der Flugkünste sind. Am häufigsten ist dieses Phänomen ungefähr eine Stunde vor Sonnenuntergang zu beobachten. Für den Betrachter wirkt die große, schwarze Wolke wie eine einstudierte Formation, tatsächlich aber orientiert sich jeder einzelne Vogel nur an 5 – 7 Vögeln neben, über und unter ihm. Dass es dabei zu keinen Zusammenstößen kommt, grenzt an ein Wunder. Das Geheimnis dieser Schwarmbildung ist längst gelöst: Genau wie bei verschiedenen Fischen dient auch den Staren die Schwarmbildung zum Schutz gegen Feinde, denn ein Angriff auf einen einzelnen Star in solch einem Schwarm ist nahezu unmöglich.

Kurz vor Sonnenuntergang sinken die Vögel dann schlagartig nach unten, um in die Schlafplätze einzufallen.

Im Oktober ziehen die Vögel zum Überwintern nach Süd- und Westeuropa.

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Foto: Britta Gottburg

 

Bild des Monats September 2021

 

Der Schuppige Stielporling

 

Der Schuppige Stielporling ist eine Pilzart, die von April bis zum Spätsommer an geschwächten lebenden oder toten Laubbäumen vorkommt. Dort ruft er die Weißfäule hervor, wodurch die harte Holzsubstanz abgebaut wird. Bei Regenwetter können die Fruchtkörper innerhalb weniger Tage auf eine Hutgröße bis über 40 cm heranwachsen. Zu erkennen ist der Pilz an seinen fast konzentrisch angeordneten dunkelbraunen Schuppen auf seiner hellbraunen Oberfläche.

 

 

Brauner Bär
Brauner Bär

Foto: C. Eckert

Bild des Monats August 2021

Brauner Bär (Arctia caja) - Schmetterling (Nachtfalter) des Jahres 2021

 

Der Braune Bär gehört zur Familie der Bärenspinner. Zu seinem Namen ist er gekommen, weil die Raupen eine dichte, braune – eben bärenartige – Behaarung aufweisen. Außerdem kann man sogar bei einigen Arten eine leicht tapsige Bewegung erkennen, wenn sie gestört werden. Auch dieses Phänomen erinnert an die großen, struppigen Vertreter, die wie kuschelige Teddybären aussehen.

Der Braune Bär ist mit 65 mm Spannweite einer der größten hier vorkommenden Nachtfalter. Er hat braune mit weißem Netz gemusterte Vorderflügel und ist damit perfekt getarnt, wenn er auf Bäumen sitzt. Bei Gefahr öffnet er blitzschnell die Flügel. Zum Vorschein kommen dann leuchtend rote Hinterflügel mit schwarz-blauen Punkten, die Fressfeinde verwirren und abschrecken sollen. Aus einem roten Drüsenring zwischen Kopf- und Brustabschnitt kann der Falter im Notfall ein unangenehm riechendes Sekret absondern.

Die Flugzeit der Falter ist im Juli und August. Die Eier werden an der Unterseite von Blättern abgelegt. Die neuen Raupen schlüpfen noch im Spätsommer und sind im Herbst oder nach ihrer Überwinterung im Frühjahr zu beobachten. Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Kräutern, Stauden und Laubgehölzen wie Ampfer, Brennnessel, Löwenzahn, Brombeeren, Schneeball, Roter Hartriegel, Eichen und vielen mehr. Die Saugrüssel der Falter hingegen sind zurückgebildet, so dass sie keinen Nektar saugen können.

Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel. Leider gehört auch der Braune Bär bereits zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Er ist deshalb durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten der Bundesrepublik Deutschland eine Art der Vorwarnliste. Er benötigt zum Leben eine ökologische Vielfalt als Lebensraum. Durch verschiedenste Ursachen wie der Intensivierung der Landwirtschaft mit Dünge- und Pestizideinsatz, dem Wegfall von Knicks und Wildwiesen, der Pflege von Straßenrändern, der zunehmenden Verkehrsbelastung sowie durch die zunehmende Lichtverschmutzung wird es diesem empfindlichen Falter besonders erschwert, gute Lebensbedingungen zu finden, in denen er sich wohlfühlen kann.

Mit der Wahl zum Schmetterling des Jahres soll auf seine Gefährdung hingewiesen werden. Helfen wir gemeinsam mit, diesem schönen Falter sein Überleben zu sichern.

Der Kleine Wasserschlauch

Foto: Tanja Hemke

 

Bild des Monats Juli 2021

 

Der Kleine Wasserschlauch

 

Der Kleine Wasserschlauch (Utricularia minor)  ist eine sommergrüne, wurzellose Wasserpflanze, die in nährstoffärmeren Kleingewässern und Moortümpeln vorkommt. Die Pflanze ist carnivor. Mit Hilfe kleiner Fangblasen unter der Wasseroberfläche versucht sie, ihren Nährstoffbedarf durch kleine Insekten zu decken.

Die Blasen sind jeweils durch eine Klappe verschlossen und am Rande mit feinen Borsten besetzt, von denen einige nach außen ragen. Chemische Stoffe helfen dem Wasserschlauch dabei seine Beute – Wasserflöhe, Stechmückenlarven und andere Wasserinsekten – anzulocken. Sobald sich das Tier auf einer der Borsten positioniert, schnappt die Falle zu: Die Falltür klappt nach innen auf und das Insekt wird durch das einströmende Wasser und den entstandenen Unterdruck in das Bläschen gesaugt. Das alles geschieht sehr schnell: Binnen zwei Tausendstel einer Sekunde ist das Insekt verschlungen. Verschiedene Verdauungsenzyme helfen dem Wasserschlauch dabei, seine Beute zu verdauen.

 

Sumpfläusekraut

Foto: B. Gottburg

 

Bild des Monats Juni 2021

 

Das Sumpf-Läusekraut – eine Intelligenzblume                                             

 

Die Blüten des Sumpf-Läusekrauts stehen horizontal zum Stängel. Um den Nektar der Pflanze zu erreichen, müssen sich die Insekten für den richtigen Anflug etwas einfallen lassen, man spricht deshalb auch von einer „Intelligenzblume“.

Die Art ist auf Hummeln als Bestäuber spezialisiert, denn nur diese besitzen die Kraft, sich an einem Hebelmechanismus vorbei in die Blüten zu zwängen und an den darin verborgenen Nektar zu gelangen. Erdhummeln können nur durch seitliches Aufbeißen der Kronröhre ("Blüteneinbruch") an den Nektar gelangen, da ihr Rüssel mit nur 7 bis 9 Millimeter Länge zu kurz ist.

Das Sumpf-Läusekraut ist ein Halbschmarotzer, zapft also Nährstoffe aus den Wurzeln von Gräsern ab. Die Pflanze ist in Schleswig-Holstein inzwischen so selten geworden, dass sie auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt wird.

Dänische Eintagsfliege

Foto: Andrea Thomes

Bild des Monats Mai 2021

Leben Eintagsfliegen wirklich nur einen Tag?

Alle Eintagsfliegen verbringen ihre Larvenzeit, die – bei bestimmten Arten - bis zu drei Jahre dauern kann, im Wasser. Während dieser Zeit ernähren sie sich am Grund von Flüssen oder Bächen meist von Pflanzenteilchen und wachsen langsam heran. Da ihre Hülle mit dem Wachstum immer wieder zu klein wird, müssen sie sich während dieses Stadiums mehrfach häuten.

Mit der letzten Häutung - an der Wasseroberfläche oder an Land - schlüpft das flugfähige Insekt. Überlebensfähig sind sie aber kaum, da sie weder einen funktionsfähigen Darm noch Mundwerkzeug haben. Ihre einzige Aufgabe besteht nun darin, die kurze Zeit zu nutzen, um sich zu paaren und Eier abzulegen.

Die Männchen bestimmter Arten sterben dann tatsächlich bereits nach 40 Minuten, andere Arten leben noch ein bis vier Tage.

Aus ihren Eiern entwickeln sich neue Larven und der Kreislauf beginnt von vorn.

Die Dänische Eintagsfliege (Foto) ist das Insekt des Jahres 2021 und kann von Mai bis September auch bei uns beobachtet werden.

Moorfrosch

Foto: H. W. Marquardsen

 

Bild des Monats April 2021

Der Moorfrosch

Ein besonderes Phänomen des Moorfrosches, der auch im Naturschutzgebiet Obere Treenelandschaft vorkommt, ist die Blaufärbung der Männchen, die während der Paarungszeit auftritt. Diese Färbung kann entweder nur an einigen Körperpartien oder auch an der gesamten Oberseite einschließlich der Extremitäten vorkommen.

Unklar ist, welche Faktoren diese Umfärbung verursachen. Es wird angenommen, dass die Bedingungen der Umgebung hierbei eine Rolle spielen. Bei ihrer Ankunft in den Laichgewässern sind die Frösche normalerweise noch braun. Erst wenn die Balz beginnt, ist dann die blaue Verfärbung bei den Männchen zu erkennen, die nur wenige Tage anhält.

Der Moorfrosch ist ein schlanker Braunfrosch, der nur 5 – 8 cm lang wird. Auf seiner Oberseite ist er hell- bis dunkelbraun, teilweise kommen jedoch rötlichbraune oder auch schwarz gefleckte Tiere vor. Über seinen Rücken verläuft ein helles Längsband. Auf der Bauchseite ist der Frosch weiß.

Er kommt vor allem in Gebieten mit hohem Grundwasserstand wie z. B. Mooren und Nasswiesen im westlichen Mitteleuropa, Polen, dem Baltikum und dem europäischen Teil Russlands bis weit nach Sibirien vor. Auch nördlichere Teile Skandinaviens werden besiedelt.

Innerhalb Deutschlands kommt er in vielen Regionen nur selten vor, gilt als stark gefährdet oder ist sogar vom Aussterben bedroht. Im Nord- und Ostteil Deutschlands finden sich noch größere Populationen seiner Art.

Vor allem unter der großräumigen Trockenlegung und Kultivierung von Mooren und Feuchtgebieten leidet der auf nasse Lebensräume angewiesene Moorfrosch.

Buntspecht

Foto: Joris Gußner

 

Bild des Monats März 2021

 

Warum bekommt der Specht keine Kopfschmerzen?

Eine Besonderheit der Spechte ist, dass sie mit erheblichem Kraftaufwand und erheblicher Ausdauer mit ihrem Schnabel gegen Baumstämme klopfen und dabei das Holz zerspanen, um Futter zu finden, Nisthöhlen zu „zimmern“, ihr Revier zu markieren oder Geschlechtspartner anzuziehen.

Ein Specht kann bis zu 20 Schläge pro Sekunde ausführen. Jeder Schlag ist, einem Bericht in der Fachzeitschrift Nature vom Oktober 2006 zufolge, vergleichbar mit einem Aufprall des Schnabels mit 25 km/h gegen eine Wand. Warum der Specht dies ohne Probleme aushalten kann erklärt sich wie folgt: Zum einen ist das Gehirn der Spechte von besonders wenig Gehirnflüssigkeit umgeben. Ihr Gehirn sitzt also relativ starr im Schädel und wird durch die beim Klopfen entstehenden Schockwellen nicht von innen gegen die Schädeldecke geschleudert. Ferner ist der Schädel von auffallend starken Muskeln umgeben, die als Stoßdämpfer dienen: Wie bei einem Boxer, der einen Schlag herannahen sieht, werden diese Muskeln kurz vor dem Aufprall gegen das Holz angespannt und absorbieren so einen Großteil der Energie. Außerdem wird die Klopfbewegung extrem geradlinig ausgeführt, gewissermaßen aus der Schulter heraus. Dadurch bleiben Hals und Kopf zueinander starr, und jede horizontale oder vertikale Drehung des Kopfes wird vermieden, so dass nur geringe Scherkräfte wirken können. Schließlich schließt ein Specht eine Millisekunde vor dem Aufprall die Augen und schützt sie so vor umherfliegenden Holzspänen.

 

Birke ohne Geißblatt

Foto: Maja Petersen

Bild des Monats Februar 2021

Birke ohne Geißblatt

Dieses Bild zeigt eine junge Birke im Fröruper Wald, deren Stamm von den Ranken des Wald-Geißblattes (Lonicera periclymenum), auch  Wald-Heckenkirsche genannt, verformt wurde. Das Wald-Geißblatt wächst ähnlich einer Liane an anderen Pflanzen empor und  teilt sich dabei in mehrere Schlingen, die einen Baum regelrecht „einspinnen“ können. Die Schlingen widerstehen selbst dem Dickenwachstum von Ästen und Stämmen, so dass sie im Laufe der Zeit schraubige Einkerbungen in deren Rinde verursachen.

Die Blüten des Wald-Geißblattes entfalten erst am Abend ihre volle Pracht. Und locken dann mit intensivem Duft verschiedene nachtschwärmende Insekten an.

Die abgebildete Birke wurde durch fehlendes Licht im Laufe der Zeit vom Wald-Geißblatt befreit. Die aufwachsenden Kronen der umstehenden Bäume warfen zu viel Schatten auf den Stamm der Birke, so dass die Rankpflanze  den Standort aufgeben musste.

 

 

 

 

 

 

Haareis, Foto: A. Thomes

Foto: A. Thomes

 

Bild des Monats Januar 2021

 

Das abgebildete Haareis wird auch Eiswolle genannt und ist ein seltenes biophysikalisches Phänomen. Es besteht aus feinen Eisnadeln, die sich auf feuchtem, morschem Holz bilden können, wenn die richtigen Bedingungen dafür vorliegen.

Erst 2008 haben die Forscher G. Wagner und C. Mätzler herausgefunden, dass für die Entstehung des Haareises winteraktive Pilze im Holz verantwortlich sind. Bei deren Stoffwechsel entstehen Gase, die das im Holz vorhandene, noch flüssige Wasser an die Oberfläche drängen. Dort gefriert es an der geringfügig kälteren Umgebungsluft und wird von nachdrängender Flüssigkeit weitergeschoben.

Die Temperaturen müssen dabei knapp unter dem Gefrierpunkt liegen und gleichzeitig muss eine hohe Luftfeuchtigkeit vorhanden sein.

Ähnlich aussehendes Bandeis an Pflanzenstengeln und Kammeis am Boden werden durch andere Prozesse hervorgerufen.

 

B.Gottburg,  www.oberetreenelandschaft.de

 

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