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Bild des Monats

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Bild des Monats November 2022

Foto: Britta Gottburg

Saftlinge - Indikatorpilze für extensive Grünlandflächen

Die Saftlinge sind eine Pilzgattung und umfassen weltweit etwa 150 Arten. 40 - 50 davon kommen in Europa vor. Sie bilden relativ kleine bis mittelgroße Fruchtkörper, wobei etliche Arten durch lebhafte Farben (rot, gelb, grün, seltener grau oder braun) auffallen.

Alle Saftlinge sind ungenießbar und stehen in Deutschland unter Naturschutz, da sie als wichtige Bioindikatoren von Bedeutung sind. So nennt man Lebewesen, welche schnell, selektiv und hochsensibel auf Veränderungen in ihrem Lebensraum reagieren.

Die meisten Arten der Saftlinge sind auf besonders nährstoffarme, meist auch recht trockene Standorte wie weitgehend ungestörte Graslandschaften spezialisiert. Sie reagieren empfindlich auf Nährstoffeinträge, intensive Beweidung und (insbesondere mineralische) Düngung und sterben unter diesen Umwelteinflüssen aus.

Saftlinge werden dabei im passiven Verfahren der Analyse genutzt, d.h. sie werden in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet.

Bild des Monats Oktober 2022

Foto: Britta Gottburg

Die Eichenlinsengallwespe - kombiniert die Vorteile zweier verschiedener Fortpflanzungsarten

Diese Gallwespe durchläuft während eines Jahres einen Generationswechsel mit geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung. Im Frühjahr schlüpfen aus den Linsengallen ungeschlechtliche Weibchen, die ihre Eier in männliche Blütenkätzchen oder an Blättern von Stiel- und Traubeneichen ablegen. Daraufhin erzeugen die Larven kugelige, etwa 6 mm große Gallen, in denen sie bis in den Frühsommer fressen. Ab Juni schlüpfen dann aus den Puppen Männchen und Weibchen. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier auf der Blattunterseite von Eichenblättern, wo dann die scheibenförmigen Linsengallen entstehen, in deren Innern die Larven leben. Aus den im Herbst mit den Blättern zu Boden fallenden Gallen schlüpfen dann im Frühjahr wieder ausschließlich Weibchen.

Während die sich ungeschlechtlich vermehrende Generation eine große Anzahl von Nachkommen erzeugen kann, sorgt hingegen die sich geschlechtlich vermehrende Generation für eine gute Durchmischung der Gene. Dieses Phänomen nennt man Generationenwechsel.

Die Eichenlinsengallwespe mit ihrem schwarzen Thorax und braunem Hinterleib wird 2,5 – 2,8 mm (Weibchen) bzw. 2,7 – 2,9 mm (Männchen) groß.

Eichenlinsengallwespe
Wespenspinne

Bild des Monats September 2022

Foto: Britta Gottburg

Rätselhaftes Zickzack der Wespenspinne

In den Sommermonaten kann man bei uns in freier Natur eine der schönsten Spinnen beobachten: Die Wespenspinne

Die Weibchen werden bis zu 2,5 cm groß und sind durch ein auffälliges schwarz-gelbes Muster an Hinterleib und Beinen gut zu erkennen. Die Männchen sind kleiner und bräunlich gefärbt.

Ursprünglich stammt sie aus dem wärmeren Mittelmeerraum, jedoch ist sie schon seit einigen Jahrzehnten in Deutschland heimisch und wurde sogar vor einigen Jahren in Norwegen entdeckt.

Anzutreffen ist die Wespenspinne auf sonnigen Wiesen mit halbhoher Vegetation. Dort baut sie sich wunderschöne Netze an stabile Gräser und wartet dort auf ihre Beute. Dazu gehören Heuschrecken, Bienen, Wespen, Fliegen, Schmetterlinge und sogar Libellen. Das Netz der Wespenspinne ist besonders auffällig: Es besteht aus 32 Speichen, die von innen nach außen führen. Am auffälligsten jedoch ist ein breites Zickzack-Band, das vertikal durch das Netz führt. Bisher ist noch nicht erforscht, wozu dieses Phänomen dienen soll: Vielleicht zur Stabilisierung des Netzes oder zur Tarnung der Spinne...  Andere aktuelle Untersuchungen legen einen Zusammenhang zwischen der genauen Form dieses Stabiliments und dem Alter, dem Geschlecht und auch chemischen Kontaminationen des Lebensraums nahe. Andere vermuten, dass es sich hier um ein besonderes Lockmittel für Insekten handelt, weil das Stabiliment ultraviolettes Licht reflektiert und so UV-sichtige Insekten anlockt. Und wieder andere verfolgen die Theorie, dass diese Strukturen der Kommunikation der Spinnen untereinander dienen soll und vielleicht bei der Partnerwahl eine Rolle spielt…

Die Paarungszeit findet im Juli und August statt. Nach der Paarung frisst das Weibchen meist das kleinere Männchen auf und baut braune, runde Kokons, in welche es die Eier ablegt. Kurz danach stirbt das Weibchen. Die jungen Spinnen schlüpfen noch vor dem Wintereinbruch, bleiben jedoch in dem schützenden Kokon, den sie erst verlassen, wenn es im nächsten Jahr wieder wärmer wird. Mittels eines Spinnfadens lassen sie sich dann vom Wind davontragen, bis sie einen geeigneten Standort für ihr eigenes Netz finden.

 

 

 

Bild des Monats August 2022

Foto: Britta Gottburg

Kleines Habichtskraut - Überlebenskünstler bei starker Hitze

Das Kleine Habichtskraut blüht von Mai bis Oktober und wird 5 bis 30 Zentimeter hoch. Seine gelben Blüten öffnet es nur tagsüber und nur bei Sonnenschein. Es besiedelt sonnige Standorte mit magerem Boden. Zu finden ist es auf Rasen, aber auch an Wegrändern, in Trockenwiesen und auf Mauern.

Das kleine Habichtskraut ist seinem Trockenstandort bestens angepasst und sehr gut durch seine starke Behaarung gegen Hitze geschützt. Außerdem kann es als Schutz vor Austrocknung bei Wassermangel seine Blätter einrollen, so dass die hellere, Licht reflektierende Unterseite nach außen weist, um die Wärme abzuhalten.

Das Kleine Habichtskraut
Das Grüne Heupferd

 

 

Bild des Monats Juli 2022

Foto: Elise Dierking

Das Grüne Heupferd bei einer Häutung

Das Grüne Heupferd ist die größte in Deutschland vorkommende Heuschrecke. Sie ist eine Langfühlerschrecke und gehört zu den Laubheuschrecken.

Zu finden ist sie in den warmen Sommermonaten an hochwüchsigen Standorten, auf Wiesen und an Wegrändern. Aber auch im eigenen Garten ist sie anzutreffen. Oft hört man sie an schönen Sommertagen, wenn die Männchen versuchen, durch ihren Gesang die Weibchen anzulocken. Das Zirpen entsteht durch das Zusammenschlagen der Vorderflügel und ist bis zu 200 Meter weit zu hören.

Durch die meist grüne Färbung kann sich das Grüne Heupferd im hohen Gras gut tarnen. Ausgewachsene Tiere werden ca. 4 cm groß. Bei den Weibchen kommt noch die Legeröhre mit bis zu 3 cm hinzu. Mit diesem Legebohrer, der leider oft fälschlicherweise als Stachel angesehen wird, legt das Weibchen 200-600 Eier in den Boden ab. Diese Eier bleiben dort zwei bis fünf Jahre liegen, bevor dann im Frühjahr kleine, noch flügellose Heuschreckenlarven schlüpfen. Bis sie erwachsen sind, durchleben die Larven sieben Stadien, in denen sie wachsen und jeweils die zu klein gewordene Außenhaut, die Kutikula, ablegen.

Um die Schwerkraft zu nutzen, hängt sich die Larve dabei kopfüber auf. Dann pumpt sie sich selbst mit Luft auf und presst eine Blutflüssigkeit vom Hinterleib in den Brustabschnitt. Die alte Außenhaut hat im oberen Bereich eine Linie, die unter dem gewaltigen Druck aufplatzt. Wie aus einem Kostüm steigt sie aus der Hülle aus. Die neue Haut muss allerdings erst noch an der Luft härten.

Nachdem der Häutungsprozess abgeschlossen ist, verspeist die Laubheuschrecke ihre alte Haut, die überwiegend aus Chitin besteht. Die Zusammensetzung aus Zucker- und Eiweißbausteinen ist ausgesprochen nährstoffreich und somit eine gute Nahrungsquelle.

Erst bei der letzten Häutung ab Juli entfalten sich die Flügel.

Übrigens hört das Grüne Heupferd mit seinen Beinen, denn dort sitzen die Gehörorgane.

 

 

Bild des Monats Juni 2022

Foto: Britta Gottburg

Keine Angst vor Gespinstmotten

Das Wichtigste zuallererst: Die Gespinstmotten sind nicht gesundheitsschädlich für Mensch und Haustier, da sie, im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner, keine giftigen Brennhaare besitzen. Ihre kunstvollen Gespinste kann man jetzt vielerorts bestaunen, teilweise sind ganze Bäume von diesem weißen Gewand umhüllt. Doch auch die befallenen Bäume erholen sich im Normalfall schnell wieder, sofern die Raupen nicht jedes Jahr wieder auftreten. Hierfür lohnt es sich, den Garten sehr naturnah zu gestalten, um möglichst viele Fressfeinde wie insektenfressende Singvögel, Eidechsen und Fledermäuse anzulocken.

Die Flugzeit dieser Nachtfalter beginnt im Juni und endet im August. Während dieser Zeit kann man sie mit Beginn der Dämmerung bis zur vollständigen Dunkelheit beobachten. Nach der Paarung bis spätestens im August legen die Weibchen die Eier dachziegelartig zum Beispiel an Schlehe, Weißdorn, Pflaume oder Kirsche ab. Nach einigen Wochen schlüpfen die Raupen und durchleben mehrere Stadien. Ab dem Frühjahr des Folgejahres beginnt dann die intensive Fressphase, in der sie ganze Bäume kahlfressen können. Um sich vor Nässe und Fressfeinden zu schützen, bauen sie sich feine Gespinste aus unzähligen, hauchdünnen, reißfesten Fäden, welche zunehmend erweitert werden, bis sie kurz vor der Verwandlung zum Schmetterling das Fressen einstellen. Nach einigen Tagen schlüpfen die Falter. Zu erkennen sind sie an den weißen Vorderflügeln mit dunklen Punkten und grauen Hinterflügeln.

Die Gespinste des Eichenprozessionsspinners sind kleiner und kompakter und kommen ausschließlich an Eichen vor. Im Norden Schleswig-Holsteins wurden bisher keine Fälle bekannt, seine Ausbreitung schreitet allerdings weiter voran.

Gespinstmotte auf Weißdorn
Wollschweber auf Löwenzahn

 

 

Bild des Monats Mai 2022

Foto: Christina Eckert

Warum fliegen Insekten auf gelb?

Viele Pflanzen locken Insekten mit ihren Blütendüften an. Neben dieser Vorgehensweise haben auch visuelle Lockmittel eine große Bedeutung:

Insekten sehen die Welt anders als wir Menschen. Abgesehen davon, dass Insekten Facettenaugen besitzen und keine scharfen Bilder, sondern Objekte in Pixelbildern sehen, gibt es auch deutliche Unterschiede in der Farberkennung.

Die Farbe Rot zum Beispiel kann von Bienen und den meisten anderen Insekten nicht erkannt werden. Das liegt daran, dass Bienen andere Absorptionsmaxima der drei unterschiedlichen Farbrezeptoren Blau, Grün und Gelb haben. Während bei uns Menschen die Empfindlichkeit des letzten Bereichs – der Farbe Gelb – bis in den roten Bereich hineinreicht, endet sie bei den Bienen bereits bei der Farbe Grün. Dafür beginnt ihre maximale Empfindlichkeit bereits im UV-Licht-Bereich.

Weiße und gelbe Blüten wie Schneeglöckchen und Löwenzahn werden deshalb besonders gut wahrgenommen, weil sie mit dem blattgrünen Hintergrund das UV-Licht besonders gut reflektieren.

Wir Menschen freuen uns, wenn die Blümchen, die wir im Garten haben, besonders bunte Blüten tragen. Eine wunderschöne, rote Mohnblume aber wird von Bienen nur als schwarzer Fleck gesehen. Nur einige Schmetterlinge können rote Farben erkennen. Für uns vielleicht eher unscheinbare Pflänzchen hingegen haben für Bienen eine hohe Anziehungskraft, da manche Blüten ultraviolette Muster aufweisen, die den Bienen zusätzliche Orientierung bieten.

Da in der Natur alles aufeinander abgestimmt ist, steht auch die Häufigkeit der Blütenfarbe in direktem Zusammenhang mit den Insekten, die die Pflanze bestäuben können.

Der prozentuale Anteil von weißen und gelben Blüten ist also nicht durch Zufall viel höher als der Anteil von blauen, violetten, roten oder orangenen Blüten.

 

 

Bild des Monats April 2022

Foto: Michael Sturm

Geotropismus

Unter Geotropismus versteht man den Einfluss der Schwerkraft auf das Pflanzenwachstum. Das Wort setzt sich zusammen aus den Worten Geo = Erde/Boden und Tropismus = Pflanzenbewegung.

Diese Bewegung wird durch einen Reiz (Schwerkraft) ausgelöst.

Pflanzenbewegungen dienen der einzelnen Pflanze dazu, den Lebensraum bestmöglich auszunutzen bzw. zu erschließen, oder um Gefahren auszuweichen.

Baumschwämme richten ihre Fruchtkörper-Unterseite "positiv geotrop"(erdzugewandt) aus. So können die Sporen bei Reife unbehindert und frei in Richtung Erdmittelpunkt fallen.

Der Fruchtkörper, der sich also an einem stehenden Baum entwickelt hat, wächst in einem anderen Winkel weiter, nachdem der Baum umgefallen ist. 

Geotropismus
Das Pfauenauge

 

 

Bild des Monats März 2022

Foto: Bernd Hansen

Frühe Falter

Insekten sind wechselwarme Tiere, d.h. sie passen ihre Körpertemperatur der Außentemperatur an. Mit sinkenden Temperaturen verkriechen sie sich im Herbst in der Erde, unter Baumrinden, in Laubhaufen, in Schuppen oder Mauerwerk und verfallen dort in eine Winterstarre. Dabei werden ihre Körperfunktionen auf ein Minimum runtergefahren, so dass sie kaum Energie benötigen. Gehen die Temperaturen allerdings zu weit nach unten, erfrieren viele Insekten.

Wenn im Frühjahr die Temperaturen langsam wieder steigen und erste Blüten in der Natur zu sehen sind, beginnt auch die Insektenwelt wieder zu erwachen. Falter können als Ei, als Raupe, als Puppe oder adultes Insekt überwintern. Deshalb sind ab Februar bei sonnigem Wetter bereits auch einige Schmetterlingsarten wie der Zitronenfalter, der Kleine Fuchs, der Admiral, der Aurorafalter, der C-Falter, der Trauermantel und das Tagpfauenauge zu finden.

 

 

Bild des Monats Februar 2022

Foto: Christina Eckert

Hexenbesen

Besonders im Winter, wenn die Birken keine Blätter tragen, sind die sogenannten „Hexenbesen“ gut zu erkennen. Diese Wuchsstörungen entstehen in der Baumkrone und werden durch winzige Schlauchpilze ausgelöst. Die Inhaltsstoffe dieser Pilze verursachen den massenhaften Austrieb von sogenannten schlafenden Knospen. Dadurch bildet der Baum an den betroffenen Stellen zahlreiche kurze dünne Ästchen aus, die meist ein kugelförmiges Gebilde ergeben. Vom Aussehen her erinnern diese kugeligen buschigen Verzweigungen sehr an Besen aus früheren Zeiten, in denen Birkenzweige an einem Stiel befestigt worden sind. Aus zahlreichen Überlieferungen, Sagen und Märchen sind uns diese Besen bekannt als Fluggeräte für Hexen.

Birke mit Hexenbesen
Der Bergfink

 

 

Bild des Monats Januar 2022

Foto: Bernd Hansen

Der Bergfink

Der Bergfink ist ein Singvogel aus der Familie der Finken. Zu seinem Lebensraum gehören skandinavische Birken-, Nadel- und Erlenwälder. Er ist 15 cm groß und gut an seiner auffälligen Färbung zu erkennen: Die Männchen haben im Winterhalbjahr einen bräunlichgrau gefiederten Kopf und Nacken. Im Sommerhalbjahr verfärben sich diese Stellen schwarz. Auf der Brust und an der Schulter ist der Bergfink orange gefiedert. Am Schwanz und am Bauch befindet sich weißes Gefieder. Die Weibchen sind deutlich blasser in ihren Farben.

Die Brutzeit ist von Mai bis Juni. Während dieser Zeit werden 5 – 7 Eier innerhalb von 14 Tagen im Nest ausgebrütet. Die Nestlingszeit, in der sich beide Elternvögel um die Aufzucht der Jungen kümmern, beträgt ebenfalls 14 Tage.

Der Bergfink ist ein Zugvogel und hat unter den Finken wohl das ausgeprägteste Zugverhalten. Bei uns in Deutschland sieht man die Bergfinken entweder als Wintergast oder als Durchzügler auf dem Weg in entferntere Überwinterungsgebiete in Südeuropa oder sogar in Nordafrika. Während ihrer Reise tun sie sich zu riesengroßen Schwärmen zusammen.

Zur Nahrung der Bergfinken gehören im Sommerhalbjahr Insekten, Wirbellose und Beeren, im Winter ernähren sie sich gern von Sämereien wie Bucheckern oder an Futterstellen von Nüssen und Sonnenblumenkernen.

 

 

Bild des Monats Dezember 2021

Foto: Katja Keller

Warum der Ilex auch Stechpalme genannt wird

Der Ilex gehört zu den Stechpalmengewächsen. Es gibt weltweit über 400 Arten. Alle Büsche und Bäume sind immergrün und werden zwischen 2 m und 25 m hoch. Ein besonderes Phänomen an großen Pflanzen ist, dass die glänzenden dunkelgrünen Blätter im unteren und oberen Bereich sich unterscheiden: Während die unteren Blätter dornig sind, bilden die Pflanzen weiter oben außer Reichweite von Fressfeinden eher Blätter mit glatten Rändern. Das nennt man Blattdimorphismus.

Der Name Stechpalme bezieht sich auf die stacheligen Blätter, welche für Christen die Dornenkrone Jesu symbolisieren, die leuchtend roten Beeren hingegen stehen dabei für seine Blutstropfen. An diesen Beeren kann man den Ilex meist schon von weitem erkennen. Für uns Menschen sind diese Beeren giftig, vielen Vögeln hingegen dienen sie als beliebte Nahrung im Winter.

Ilex
Fliegenpilze

 

 

Bild des Monats November 2021

Foto: Britta Gottburg

Fliegenpilze

Den wunderschönen, aber giftigen Fliegenpilz haben wohl viele schon einmal entdeckt. Mit seiner auffälligen roten Färbung und den weißen Flocken auf dem bis zu 18 cm großem Hut ist er von Sommer bis Herbst in Laub- und Nadelwäldern oder an Wegrändern unter Bäumen zu finden. Besonders unter Birken scheint er sich wohl zu fühlen. Der Fliegenpilz ist einer der berühmtesten Pilze, da er als Glücksbringer gilt.

Der Fliegenpilz zählt zu den ältesten bewusstseinsverändernden Mitteln der Menschheit. In vielen alten Kulturen wurde er als Rausch- und Zauberpilz genutzt und verehrt, denn er begleitete Schamanen bei ihren Seelenreisen zu Geistern und Göttern und half bei der Suche nach Verlorengegangenem und der Erforschung der Zukunft.

Seine Inhaltsstoffe finden auch heute noch bei verschiedenen Leiden vor allem in der Homöopathie Anwendung.

 

 

Bild des Monats Oktober 2021

Foto: Andrea Thomes

Starenschwärme - Warum es keine Zusammenstöße gibt

Jedes Jahr, wenn der Sommer sich dem Ende neigt und der Herbst näher rückt, beginnen die Stare damit, sich in Schwärmen zu versammeln. Dieses Ereignis ist ein besonderes Naturschauspiel, da die kleinen schwarzen Vögel wahre Meister der Flugkünste sind. Am häufigsten ist dieses Phänomen ungefähr eine Stunde vor Sonnenuntergang zu beobachten. Für den Betrachter wirkt die große, schwarze Wolke wie eine einstudierte Formation, tatsächlich aber orientiert sich jeder einzelne Vogel nur an 5 – 7 Vögeln neben, über und unter ihm. Dass es dabei zu keinen Zusammenstößen kommt, grenzt an ein Wunder. Das Geheimnis dieser Schwarmbildung ist längst gelöst: Genau wie bei verschiedenen Fischen dient auch den Staren die Schwarmbildung zum Schutz gegen Feinde, denn ein Angriff auf einen einzelnen Star in solch einem Schwarm ist nahezu unmöglich.

Kurz vor Sonnenuntergang sinken die Vögel dann schlagartig nach unten, um in die Schlafplätze einzufallen.

Im Oktober ziehen die Vögel zum Überwintern nach Süd- und Westeuropa.

Starenschwarm
Der Schuppige Stielporling

 

 

Bild des Monats September 2021

Foto: Britta Gottburg

Der Schuppige Stielporling

Der Schuppige Stielporling ist eine Pilzart, die von April bis zum Spätsommer an geschwächten lebenden oder toten Laubbäumen vorkommt. Dort ruft er die Weißfäule hervor, wodurch die harte Holzsubstanz abgebaut wird. Bei Regenwetter können die Fruchtkörper innerhalb weniger Tage auf eine Hutgröße bis über 40 cm heranwachsen. Zu erkennen ist der Pilz an seinen fast konzentrisch angeordneten dunkelbraunen Schuppen auf seiner hellbraunen Oberfläche.

 

Bild des Monats August 2021

Foto: C. Eckert

Brauner Bär (Arctia caja) - Schmetterling (Nachtfalter) des Jahres 2021

Der Braune Bär gehört zur Familie der Bärenspinner. Zu seinem Namen ist er gekommen, weil die Raupen eine dichte, braune – eben bärenartige – Behaarung aufweisen. Außerdem kann man sogar bei einigen Arten eine leicht tapsige Bewegung erkennen, wenn sie gestört werden. Auch dieses Phänomen erinnert an die großen, struppigen Vertreter, die wie kuschelige Teddybären aussehen.

Der Braune Bär ist mit 65 mm Spannweite einer der größten hier vorkommenden Nachtfalter. Er hat braune mit weißem Netz gemusterte Vorderflügel und ist damit perfekt getarnt, wenn er auf Bäumen sitzt. Bei Gefahr öffnet er blitzschnell die Flügel. Zum Vorschein kommen dann leuchtend rote Hinterflügel mit schwarz-blauen Punkten, die Fressfeinde verwirren und abschrecken sollen. Aus einem roten Drüsenring zwischen Kopf- und Brustabschnitt kann der Falter im Notfall ein unangenehm riechendes Sekret absondern.

Die Flugzeit der Falter ist im Juli und August. Die Eier werden an der Unterseite von Blättern abgelegt. Die neuen Raupen schlüpfen noch im Spätsommer und sind im Herbst oder nach ihrer Überwinterung im Frühjahr zu beobachten. Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Kräutern, Stauden und Laubgehölzen wie Ampfer, Brennnessel, Löwenzahn, Brombeeren, Schneeball, Roter Hartriegel, Eichen und vielen mehr. Die Saugrüssel der Falter hingegen sind zurückgebildet, so dass sie keinen Nektar saugen können.

Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel. Leider gehört auch der Braune Bär bereits zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Er ist deshalb durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten der Bundesrepublik Deutschland eine Art der Vorwarnliste. Er benötigt zum Leben eine ökologische Vielfalt als Lebensraum. Durch verschiedenste Ursachen wie der Intensivierung der Landwirtschaft mit Dünge- und Pestizideinsatz, dem Wegfall von Knicks und Wildwiesen, der Pflege von Straßenrändern, der zunehmenden Verkehrsbelastung sowie durch die zunehmende Lichtverschmutzung wird es diesem empfindlichen Falter besonders erschwert, gute Lebensbedingungen zu finden, in denen er sich wohlfühlen kann.

Mit der Wahl zum Schmetterling des Jahres soll auf seine Gefährdung hingewiesen werden. Helfen wir gemeinsam mit, diesem schönen Falter sein Überleben zu sichern.

Der Braune Bär
Der Kleine Wasserschlauch

 

 

Bild des Monats Juli 2021

Foto: Tanja Hemke

Der Kleine Wasserschlauch

Der Kleine Wasserschlauch (Utricularia minor)  ist eine sommergrüne, wurzellose Wasserpflanze, die in nährstoffärmeren Kleingewässern und Moortümpeln vorkommt. Die Pflanze ist carnivor. Mit Hilfe kleiner Fangblasen unter der Wasseroberfläche versucht sie, ihren Nährstoffbedarf durch kleine Insekten zu decken.

Die Blasen sind jeweils durch eine Klappe verschlossen und am Rande mit feinen Borsten besetzt, von denen einige nach außen ragen. Chemische Stoffe helfen dem Wasserschlauch dabei seine Beute – Wasserflöhe, Stechmückenlarven und andere Wasserinsekten – anzulocken. Sobald sich das Tier auf einer der Borsten positioniert, schnappt die Falle zu: Die Falltür klappt nach innen auf und das Insekt wird durch das einströmende Wasser und den entstandenen Unterdruck in das Bläschen gesaugt. Das alles geschieht sehr schnell: Binnen zwei Tausendstel einer Sekunde ist das Insekt verschlungen. Verschiedene Verdauungsenzyme helfen dem Wasserschlauch dabei, seine Beute zu verdauen.

 

Das Sumpf-Läusekraut – eine Intelligenzblume                                             

Foto: Britta Gottburg

Die Blüten des Sumpf-Läusekrauts stehen horizontal zum Stängel. Um den Nektar der Pflanze zu erreichen, müssen sich die Insekten für den richtigen Anflug etwas einfallen lassen, man spricht deshalb auch von einer „Intelligenzblume“.

Die Art ist auf Hummeln als Bestäuber spezialisiert, denn nur diese besitzen die Kraft, sich an einem Hebelmechanismus vorbei in die Blüten zu zwängen und an den darin verborgenen Nektar zu gelangen. Erdhummeln können nur durch seitliches Aufbeißen der Kronröhre ("Blüteneinbruch") an den Nektar gelangen, da ihr Rüssel mit nur 7 bis 9 Millimeter Länge zu kurz ist.

Das Sumpf-Läusekraut ist ein Halbschmarotzer, zapft also Nährstoffe aus den Wurzeln von Gräsern ab. Die Pflanze ist in Schleswig-Holstein inzwischen so selten geworden, dass sie auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt wird.

Sumpf-Läusekraut
Dänische Eintagsfliege

 

Bild des Monats Mai 2021

Foto: Andrea Thomes

Leben Eintagsfliegen wirklich nur einen Tag?

Alle Eintagsfliegen verbringen ihre Larvenzeit, die – bei bestimmten Arten - bis zu drei Jahre dauern kann, im Wasser. Während dieser Zeit ernähren sie sich am Grund von Flüssen oder Bächen meist von Pflanzenteilchen und wachsen langsam heran. Da ihre Hülle mit dem Wachstum immer wieder zu klein wird, müssen sie sich während dieses Stadiums mehrfach häuten.

Mit der letzten Häutung - an der Wasseroberfläche oder an Land - schlüpft das flugfähige Insekt. Überlebensfähig sind sie aber kaum, da sie weder einen funktionsfähigen Darm noch Mundwerkzeug haben. Ihre einzige Aufgabe besteht nun darin, die kurze Zeit zu nutzen, um sich zu paaren und Eier abzulegen.

Die Männchen bestimmter Arten sterben dann tatsächlich bereits nach 40 Minuten, andere Arten leben noch ein bis vier Tage.

Aus ihren Eiern entwickeln sich neue Larven und der Kreislauf beginnt von vorn.

Die Dänische Eintagsfliege (Foto) ist das Insekt des Jahres 2021 und kann von Mai bis September auch bei uns beobachtet werden.

 

 

Bild des Monats April 2021

Foto: H. W. Marquardsen

Der Moorfrosch

Ein besonderes Phänomen des Moorfrosches, der auch im Naturschutzgebiet Obere Treenelandschaft vorkommt, ist die Blaufärbung der Männchen, die während der Paarungszeit auftritt. Diese Färbung kann entweder nur an einigen Körperpartien oder auch an der gesamten Oberseite einschließlich der Extremitäten vorkommen.

Unklar ist, welche Faktoren diese Umfärbung verursachen. Es wird angenommen, dass die Bedingungen der Umgebung hierbei eine Rolle spielen. Bei ihrer Ankunft in den Laichgewässern sind die Frösche normalerweise noch braun. Erst wenn die Balz beginnt, ist dann die blaue Verfärbung bei den Männchen zu erkennen, die nur wenige Tage anhält.

Der Moorfrosch ist ein schlanker Braunfrosch, der nur 5 – 8 cm lang wird. Auf seiner Oberseite ist er hell- bis dunkelbraun, teilweise kommen jedoch rötlichbraune oder auch schwarz gefleckte Tiere vor. Über seinen Rücken verläuft ein helles Längsband. Auf der Bauchseite ist der Frosch weiß.

Er kommt vor allem in Gebieten mit hohem Grundwasserstand wie z. B. Mooren und Nasswiesen im westlichen Mitteleuropa, Polen, dem Baltikum und dem europäischen Teil Russlands bis weit nach Sibirien vor. Auch nördlichere Teile Skandinaviens werden besiedelt.

Innerhalb Deutschlands kommt er in vielen Regionen nur selten vor, gilt als stark gefährdet oder ist sogar vom Aussterben bedroht. Im Nord- und Ostteil Deutschlands finden sich noch größere Populationen seiner Art.

Vor allem unter der großräumigen Trockenlegung und Kultivierung von Mooren und Feuchtgebieten leidet der auf nasse Lebensräume angewiesene Moorfrosch.

Moorfrosch
Buntspecht

 

 

Bild des Monats März 2021

Foto: Joris Gußner

Warum bekommt der Specht keine Kopfschmerzen?

Eine Besonderheit der Spechte ist, dass sie mit erheblichem Kraftaufwand und erheblicher Ausdauer mit ihrem Schnabel gegen Baumstämme klopfen und dabei das Holz zerspanen, um Futter zu finden, Nisthöhlen zu „zimmern“, ihr Revier zu markieren oder Geschlechtspartner anzuziehen.

Ein Specht kann bis zu 20 Schläge pro Sekunde ausführen. Jeder Schlag ist, einem Bericht in der Fachzeitschrift Nature vom Oktober 2006 zufolge, vergleichbar mit einem Aufprall des Schnabels mit 25 km/h gegen eine Wand. Warum der Specht dies ohne Probleme aushalten kann erklärt sich wie folgt: Zum einen ist das Gehirn der Spechte von besonders wenig Gehirnflüssigkeit umgeben. Ihr Gehirn sitzt also relativ starr im Schädel und wird durch die beim Klopfen entstehenden Schockwellen nicht von innen gegen die Schädeldecke geschleudert. Ferner ist der Schädel von auffallend starken Muskeln umgeben, die als Stoßdämpfer dienen: Wie bei einem Boxer, der einen Schlag herannahen sieht, werden diese Muskeln kurz vor dem Aufprall gegen das Holz angespannt und absorbieren so einen Großteil der Energie. Außerdem wird die Klopfbewegung extrem geradlinig ausgeführt, gewissermaßen aus der Schulter heraus. Dadurch bleiben Hals und Kopf zueinander starr, und jede horizontale oder vertikale Drehung des Kopfes wird vermieden, so dass nur geringe Scherkräfte wirken können. Schließlich schließt ein Specht eine Millisekunde vor dem Aufprall die Augen und schützt sie so vor umherfliegenden Holzspänen.

 

Bild des Monats Februar 2021

Foto: Maja Petersen

Birke ohne Geißblatt

Dieses Bild zeigt eine junge Birke im Fröruper Wald, deren Stamm von den Ranken des Wald-Geißblattes (Lonicera periclymenum), auch  Wald-Heckenkirsche genannt, verformt wurde. Das Wald-Geißblatt wächst ähnlich einer Liane an anderen Pflanzen empor und  teilt sich dabei in mehrere Schlingen, die einen Baum regelrecht „einspinnen“ können. Die Schlingen widerstehen selbst dem Dickenwachstum von Ästen und Stämmen, so dass sie im Laufe der Zeit schraubige Einkerbungen in deren Rinde verursachen.

Die Blüten des Wald-Geißblattes entfalten erst am Abend ihre volle Pracht. Und locken dann mit intensivem Duft verschiedene nachtschwärmende Insekten an.

Die abgebildete Birke wurde durch fehlendes Licht im Laufe der Zeit vom Wald-Geißblatt befreit. Die aufwachsenden Kronen der umstehenden Bäume warfen zu viel Schatten auf den Stamm der Birke, so dass die Rankpflanze  den Standort aufgeben musste.

Birke ohne Geißblatt
Haareis

 

 

Bild des Monats Januar 2021

Foto: A. Thomes

Haareis

Das abgebildete Haareis wird auch Eiswolle genannt und ist ein seltenes biophysikalisches Phänomen. Es besteht aus feinen Eisnadeln, die sich auf feuchtem, morschem Holz bilden können, wenn die richtigen Bedingungen dafür vorliegen.

Erst 2008 haben die Forscher G. Wagner und C. Mätzler herausgefunden, dass für die Entstehung des Haareises winteraktive Pilze im Holz verantwortlich sind. Bei deren Stoffwechsel entstehen Gase, die das im Holz vorhandene, noch flüssige Wasser an die Oberfläche drängen. Dort gefriert es an der geringfügig kälteren Umgebungsluft und wird von nachdrängender Flüssigkeit weitergeschoben.

Die Temperaturen müssen dabei knapp unter dem Gefrierpunkt liegen und gleichzeitig muss eine hohe Luftfeuchtigkeit vorhanden sein.

Ähnlich aussehendes Bandeis an Pflanzenstengeln und Kammeis am Boden werden durch andere Prozesse hervorgerufen.

 

B.Gottburg,  www.oberetreenelandschaft.de

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