Hundekot gefährdet die Heide auf den Binnendünen am Treßsee

Im Mai dieses Jahres haben wir entlang des Wanderweges durch die Binnendünen am Treßsee zahlreiche Hundehaufen mit bunten Fähnchen markiert. Die Aktion sollte auf ein Problem aufmerksam machen, das vielen Besucherinnen und Besuchern nicht bewusst ist: Hundekot ist in diesem empfindlichen Lebensraum weit mehr als nur ein Ärgernis für andere Erholungssuchende.
Gemeinsam mit den zuständigen Rangern haben wir das Gespräch mit Hundebesitzenden gesucht und erklärt, warum zurückgelassener Hundekot den Erhalt der Heide gefährdet. Umso ernüchternder war das Ergebnis unserer erneuten Aktion in diesem Oktober. Erneut fanden wir zahlreiche frische Hundehaufen auf den Dünenflächen und entlang der Wege.
Warum ist Hundekot ein Problem?
Die Binnendünen am Treßsee gehören zu den wenigen verbliebenen Dünenlandschaften im Binnenland Schleswig-Holsteins. Die Heidevegetation, die sich hier entwickelt hat, ist an trockene, sandige und vor allem nährstoffarme Bedingungen angepasst. Gerade diese Nährstoffarmut macht den Lebensraum so wertvoll und ermöglicht das Vorkommen spezialisierter Pflanzen- und Tierarten.
Hundekot enthält erhebliche Mengen an Nährstoffen, insbesondere Stickstoff und Phosphor. Werden diese Nährstoffe regelmäßig in die Düne eingetragen, verändern sich die natürlichen Standortbedingungen. Nährstoffliebende Pflanzen profitieren, während typische Heidearten zunehmend unter Druck geraten. Langfristig kann dies zu einer schleichenden Veränderung der Vegetation und zum Verlust charakteristischer Lebensräume führen.
Was als einzelner Hundehaufen unbedeutend erscheinen mag, entwickelt sich bei hunderten Spaziergängen pro Woche zu einem ernstzunehmenden Problem für den Naturschutz.
Unser Auftrag: Die Heide erhalten
Im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein sind wir für den Erhalt und die Entwicklung der Heide auf den Binnendünen am Treßsee verantwortlich. Dazu gehören regelmäßige Pflegemaßnahmen wie die Entfernung unerwünschter Gehölze, gezielter Obenbodenabtrag sowie die Beweidung durch die Wanderschafherde. Mehrmals im Jahr helfen die Schafe und Ziegen dabei, die Heide offen zu halten, Gräser und Gehölzaufwuchs zurückzudrängen und so die typischen Lebensraumbedingungen zu erhalten.
Auch für die Schafe stellen zurückgelassene Hundehaufen ein Problem dar. Über Hundekot können Krankheitserreger und Parasiten übertragen werden. Zudem meiden Schafe Bereiche mit Hundekot und fressen das umliegende Futter nicht. Dadurch bleiben einzelne Flächen unbeweidet, der gewünschte Verbiss findet dort nicht statt und die Wirksamkeit der Beweidung wird beeinträchtigt.
Jeder Hundehaufen, der auf der Düne verbleibt, wirkt den Bemühungen entgegen, die natürlichen und nährstoffarmen Standortbedingungen zu bewahren. Hundekot gehört deshalb nicht nur aus Rücksicht auf andere Besucherinnen und Besucher in den Beutel, sondern auch aus Rücksicht auf die Natur.
Übernehmen Sie Verantwortung für die Hinterlassenschaften Ihres Hundes
An den Binnendünen am Treßsee stehen Hundekotbeutel und Mülleimer zur Verfügung. Bitte nutzen Sie dieses Angebot und nehmen Sie die Hinterlassenschaften Ihres Hundes konsequent wieder mit.
Die Binnendünen am Treßsee sind ein besonderer Ort. Viele Menschen kommen hierher, um durch die Heide zu wandern, die Weite der Landschaft zu genießen und Natur unmittelbar zu erleben. Genau das wünschen wir uns auch: Dass dieser einzigartige Lebensraum dauerhaft erhalten bleibt und auch zukünftigen Generationen offensteht.
Damit dies auch in Zukunft möglich bleibt, muss der Nährstoffeintrag durch Hundekot deutlich reduziert werden. Die derzeitige Situation zeigt, dass dies noch nicht ausreichend gelingt.
Sollte es nicht gelingen, die Situation spürbar zu verbessern, sehen wir uns gezwungen, den Rundwanderweg für Hunde zu sperren. Dies wäre nicht in unserem Sinne. Umso mehr hoffen wir auf die Unterstützung aller Hundebesitzenden.
Unser Ziel ist es, die Binnendünen auch künftig als frei zugänglichen Ort für Erholung und Naturerlebnis zu erhalten – für Menschen und ihre Hunde.
Bild zur Meldung: Hundekot gefährdet die Heide auf den Binnendünen am Treßsee


