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Die Kreuzotter

Kreuzotter, Foto: Bernd Hansen

Die Kreuzotter

In der Oberen Treenelandschaft hat die Kreuzotter an der Düne beim Treßsee ein Gebiet, in dem sie vorkommt und das sogar als Kreuzotterschutzgebiet gekennzeichnet ist. Eine zweite Population kommt in einem deutlich größeren Gebiet vor, das vom Großsolter Moor bis zum Süderschmedebyer Moor reicht. Dabei wird davon ausgegangen, dass diese Populationen stabil sind und sich auch reproduzieren.

Die Kreuzotter (Vipera berus) ist eine mittelgroße Giftschlange, die in Europa und Asien vorkommt. In der Familie der Vipern hat sie das größte Verbreitungsgebiet.

Kreuzottern werden zwischen 50 und 70 Zentimeter lang, wobei die Weibchen meist deutlich länger sind als die Männchen. Längenrekorde bei den Weibchen liegen in Extremfällen sogar bei 90 Zentimeter, während die Männchen selten länger als 60 Zentimeter werden. Das Gewicht der Kreuzottern liegt zwischen 100 und 200 Gramm, tragende Weibchen wiegen maximal 300 Gramm.

Diese Reptilien haben einen gedrungenen Körper und der Kopf geht direkt in den Körper über. Bei anderen Schlangenarten ist er deutlich stärker abgesetzt. Die Schnauze der Kreuzotter ist vorne gerundet und aufgrund der Giftdrüsen, die am Hinterkopf liegen, ist dieser etwas verbreitert.

Die Färbung der Kreuzotter hat ein großes Spektrum und kann von hell- und dunkelgrau, braun, braun-grau über orange, rot-braun, kupferrot bis zu schwarz reichen. Dabei haben die Männchen oft eher die Grautöne und die Weibchen die rötlich-braunen Töne.

Auffällig an der Färbung der Kreuzottern ist ein dunkles Zick-Zack-Muster auf dem Rücken, das aber auch als Rauten- oder Wellenmuster auftreten kann. An den Flanken haben Kreuzottern meist eine Reihe aus dunklen, runden Flecken. Allerdings gibt es manchmal auch einfarbige Exemplare, die entgegen früherer Aussagen keine eigene Art sind.

Die Kreuzotter ist von Mittel- bis Nordeuropa über das Alpengebiet, den Balkan, Polen, Ungarn und Tschechien bis in das nördliche Russland und in den Osten Asiens verbreitet. In Deutschland kommt sie im norddeutschen Tiefland, in den östlichen Mittelgebirgen und in Teilen Süddeutschlands, wie zum Beispiel der schwäbischen Alb vor.

Als Lebensraum benötigt die Kreuzotter Gebiete mit starken Unterschieden zwischen den Temperaturen am Tag und jenen bei Nacht. Außerdem bevorzugt sie Orte mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Sie lebt in Gebieten mit vielen kleinen Sträuchern an Waldschneisen oder Waldrändern, in Mooren, Heiden oder feuchten Niederungen oder auch in alpinen Geröllfeldern oder Bergwiesen. In Gebirgen ist sie in Höhen zwischen 2500 und 3000 Metern anzutreffen.

Die Kreuzotter ist meist tagaktiv, nur wenn es sehr heiß ist, hat sie während der Dämmerung ihre aktive Zeit. Sie sucht sich tagsüber Sonnenplätze, um sich dort zu sonnen und ihre optimale Aktivitätstemperatur von 30 bis 33°C zu erreichen. Bei Wind ist die Kreuzotter weniger aktiv als zum Beispiel nach langer Regenzeit oder bei sehr schwülem Wetter.

Wenn die Kreuzotter sich durch irgendetwas gestört oder bedroht fühlt, flieht sie meist in die Vegetation. Wenn sie in die Enge getrieben wird, zischt sie als Drohung oder beißt auch.

Kreuzottern sind Lauerjäger und jagen hauptsächlich Kleinsäuger wie Wühl- oder Spitzmäuse, außerdem Eidechsen und Frösche. Zum Jagen werden die Beutetiere mit einem Biss der Kreuzotter attackiert und das Gift wird in den Körper injiziert. Dann wartet die Kreuzotter kurz und verfolgt das durch das Gift geschwächte Tier. Sobald das Tier gestorben ist, wird es vollständig von der Kreuzotter verschluckt.

Die Kreuzotter hat zwar ein vergleichsweise starkes Gift, dieses kann sie allerdings nur in einer kleinen Menge (10 bis 18 Milligramm Trockengewicht) bevorraten. Für einen Menschen mit 75 Kilogramm Körpergewicht wären allerdings erst ungefähr 41 Milligramm des Gifts tödlich. Daher kann ein Biss der Kreuzotter meist nur für Kinder und ältere Menschen gefährlich werden. Allerdings ist auch zu beachten, dass die Kreuzotter häufig auch beißt und dabei nur geringe Mengen oder sogar gar kein Gift ausstößt.

Im Winter ist diese Schlangenart meist zwischen Mitte Oktober und Februar bis April in Kältestarre.

Nach der Kältestarre und der Häutung im Frühjahr paaren sich die Kreuzottern. Dieser Zeitpunkt liegt meist im April und Mai. Die Kreuzotter ist eine Schlange, die ihre Eier im Mutterleib ausbrütet, da sie so durch das eigene Liegen in der Sonne gleichzeitig die Eier wärmen kann. Die Jungschlangen, deren Anzahl meist zwischen fünf und 15 Tieren liegt, kommen dann zwischen August und Oktober zur Welt.

Die Fressfeine der Kreuzotter sind Greifvögel wie der Mäusebussard oder der Uhu, Säugetiere wie Hermelin, Dachs, Rotfuchs, Hauskatze oder das Wildschwein. Manchmal erbeuten auch Ringelnattern oder Würfelnattern die Jungtiere der Kreuzotter. Dies geschieht jedoch auch umgekehrt.

Gefährdet ist die Kreuzotter hauptsächlich durch eine Beeinträchtigung ihrer Lebensräume, da an diesen oft eine Verbuschung oder eine Aufforstung passiert. Auch werden einige Lebensräume in Wäldern durch neu gebaute Fernstraßen zerschnitten und in den einzelnen Teilen ist der Genpool der Kreuzottern nicht mehr groß genug, was langfristig gesehen ein Aussterben der Art an diesem Ort bedeutet. Auf der Roten Liste in Deutschland ist die Kreuzotter daher als stark gefährdet (Kategorie 2) eingeordnet und auch in der Roten Liste Schleswig-Holstein ist sie so kategorisiert.

 

Johanna Swidereck

(Bild: Bernd Hansen)

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