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Berichte aus dem FÖJ

Fischotter

Fischotter in der Oberen Treenelandschaft

 

Der eurasische Fischotter (lutra lutra) kommt in Deutschland nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen vor, sondern breitet sich auch in anderen Bundesländern wie Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und auch Schleswig-Holstein wieder aus. Lange Zeit wurden Otter als Schädling für die Teichwirtschaft und zur Beschaffung von Pelzen gejagt. Mittlerweile ist die Jagd aber seit über 50 Jahren untersagt. Trotzdem bleibt der Mensch der größte Feind des Otters. Unzusammenhängende Gewässer können für sie ein Hindernis sein, weshalb ihre Wiederausbreitung nur langsam vorangeht.

Um den Tieren das Wandern zu erleichtern, wurden auch im Naturschutzgebiet bei Oeversee Maßnahmen ergriffen. Otter können dort unter der Bundesstraße 76 ungefährdet das menschengeschaffene Hindernis passieren. Dazu dient ihnen der kürzlich durch Carl Most und Jürgen Bauer erneuerte Schwimmsteg aus Holz.

Das etwa 65 – 85 cm lange Tier mag es nicht, unter einer Brücke hindurch zu schwimmen. Lieber zieht es den gefährlicheren Weg über die Straße vor. Wenn keine Möglichkeit gegeben ist, die Brücke trockenen Fußes zu unterqueren, wird der gefährliche Weg über die Straße gewählt. Bundesweit sterben jährlich etwa 150 - 200 Otter aufgrund von Verkehrsunfällen, was etwa 80 - 90 Prozent der Todesursachen entspricht. Erst im März 2021 habe ich auf der Autobahn bei Schleswig ein solches Verkehrsopfer entdeckt.

Nun galt es herauszufinden, ob der neue Schwimmsteg auch genutzt wird. Dazu haben wir im November 2020 eine Wildkamera mit Blick auf die Unterführung an einem Baum befestigt. Schnell hatten wir die ersten Bilder. Auf einen Otter war aber noch zu warten. Inspiziert wurde der neue Steg zunächst von Katzen, einer Ratte, einem Eichhörnchen und sogar ein Waldkauz hatte sich darauf niedergelassen. Bald war auch ein marderartiges Tier zu sehen. Ob es sich nun um einen Marder, ein Wiesel oder einen Mink handelt, ist aufgrund der Nachtsichtaufnahmen schwer zu erkennen. Mitte Januar war es dann endlich soweit. Das bei Nacht fotografierte Tier war eindeutig ein Otter. Aufgrund der Größe, der gut erkennbaren Schnurrhaare und des langen, kräftigen Schwanzes unverkennbar. Von da an hat schon einige Male ein Otter den Steg genutzt, um die Straße sicher zu kreuzen. Daneben waren immer wieder eine Ratte, kleinere Tiere aus der Familie der Marder, eine Katze aus der Nachbarschaft sowie Enten und Amseln auf den Fotos zu erkennen.

Joris Gußner

 

 

 

 

 

Zauneidechsen auf Holnis

 

Gleich am ersten Tag meines FÖJs wurde es spannend. Britta Gottburg und ich waren zu einem Pressetermin in der Nähe von Glücksburg eingeladen. Auf der Halbinsel Holnis sollten an diesem Tag 15 junge Zauneidechsen angesiedelt werden. Dies ist ein Projekt der Stiftung Naturschutz und der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung (GFN), welches von 2018 bis 2020 gehen soll.

Zu Beginn des Projekts wurde der Standort auf Holnis so bearbeitet, dass er den Zauneidechsen einen optimalen Lebensraum bietet. So wurden zum Beispiel neue Rohbodenflächen angelegt, da diese besonders gut für die Eiablage der Eidechsen geeignet sind. Außerdem wurde die Kartoffelrose in dem Gebiet durch das Abdecken mit einem lichtundurchlässigen Wasserbauvlies zurückgedrängt. Damit die Tiere sich gut in der Sonne aufwärmen können, wurden Steinhaufen angelegt, und als Schutz dienen Weißdornsträucher. lnisHoli

Die Elterntiere der ausgesiedelten Eidechsen stammen aus der Kiesgrube in den Fröruper Bergen, die zu Kurt und Erika Schrobach-Stiftung gehört und vom Naturschutzverein Obere Treenelandschaft betreut wird. Die trächtigen Tiere wurden eingesammelt und legten im Terrarium ihre Eier ab. Diese Eier wurden dann im Inkubator „bebrütet“. Als die Jungtiere geschlüpft waren, wurden sie in einem Freilandterrarium gehalten und mit ausreichend Futter auf das Leben in Freiheit vorbereitet. Als die Tiere drei Wochen alt waren wurden sie auf Holnis ausgesiedelt. Zu diesem Zeitpunkt waren sie allerdings schon größer und kräftiger, als wären sie zum gleichen Zeitpunkt in der Natur geboren. Im Terrarium war das Futterangebot deutlich größer, als in der freien Natur, wodurch die Jungtiere besser vor Fressfeinden geschützt sind.

Diese 15 Tiere waren zunächst nur ein Anfang, zu einem späteren Zeitpunkt im August wurden erneut ca. 15 Tiere angesiedelt. Im letzten Jahr waren bereits ungefähr 30 Jungtiere ausgesiedelt worden. Von denen auch einige in idesem Jahr wiederentdeckt worden waren. Nach der Beendigung des Projektes im nächsten Jahr werden die Elterntiere wieder in die Kiesgrube zurückgebracht werden.

Johanna Swidereck

Elterntier aus der Kiesgrube

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