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Jagd und Artenschutz

Oeversee, den 01.01.2002


Die Naturschutzaktivitäten der Schrobach-Stiftung in den einzelnen Schwerpunktgebieten wurden ausgeweitet. Ihr umfangreichstes Vorhaben ist mit einem geplanten Kerngebiet von 2000 ha das Naturschutzgroßprojekt Obere Treenelandschaft, welches seit Juli 2000 unter der Trägerschaft des gleichnamigen Naturschutzvereins durchgeführt wird. Dieses größte zusammenhängende Naturschutzprojekt Schleswig-Holsteins wird zu 90% durch Bundes- und Landesmittel gefördert. Die Schrobach-Stiftung steuert als Vorstandsmitglied des Träger-vereins den Eigenanteil von 10% bei. Die Umsetzung der Naturschutzziele erfolgt durch zwei Projektmanagerinnen. Seit Beginn des Projektes wurden inzwischen 50 Kaufverträge sowie ein langfristiger Pachtvertrag über eine Gesamtfläche von 170 ha geschlossen. Der Flächen-erwerb erfolgt über ein vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren, dessen Teilnehmergemein-schaft inzwischen die ersten Tauschflächen erwerben und teilweise bereits in das Kerngebiet tauschen konnte. Durch dieses Verfahren ist gewährleistet, dass die Umsetzung in Abstimmung mit den Grundeigentümern und der Bevölkerung vor Ort geschieht. Die zur Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplanes notwendigen Erhebungen zur Fauna und Flora sind abgeschlossen. Es wurden verschiedene seltene Arten nachgewiesen.

Auf den für den Naturschutz gesicherten Flächen wurden inzwischen so genannte „erstinstandsetzende Maßnahmen“ durchgeführt. Das sind beispielsweise naturnaher Wald-umbau, Anlage von Waldrändern oder Aufhebungen von Entwässerungseinrichtungen. Zu den Pflegemaßnahmen zählt neben der Mahd artenreicher Feuchtwiesen auch das Entfernen von Birkenaufwuchs in Heideflächen sowie die Beweidung durch eine Wanderschafherde. In dem von der Schrobach-Stiftung 1999 für diese Wanderschafherde errichteten Stall fand im Sommer 2002 das erste Schafstallfest statt. Dabei informierten sich mehr als 1000 Besucher über das Naturschutzvorhaben und erfreuten sich an verschiedensten Darbietungen und kulinarischen Besonderheiten der Region.

Ein weiterer Schwerpunkt der Schrobach-Stiftung im vergangenen Jahr lag in den letzten Schritten zur Wiedervernässung der Pohnsdorfer Stauung. Wasserwirtschaftliche Probleme wurden gelöst und Einvernehmen mit den Anliegern hergestellt. Im vergangenen Winter wurde der sogenannte Ostpolder von Schöpfwerksbetrieb abgekoppelt. Mit der Schaffung einer offenen Verbindung zwischen der Neuwührener Au und dem Ostpolder wurde ein ca. 30 ha großer Überschwemmungsraum geschaffen, der während der Hochwasserperiode im Sommer 2002 erhebliche Wassermengen aufnehmen konnte. In den kommenden Wochen wird das Schöpfwerk, das immer noch Teile der Stauung entwässert, abgestellt. Das formulierte Ziel für die Pohnsdorfer Stauung, die Wiederherstellung natürlicher Wasser-stände und Entwicklung naturnaher Lebensräume in der gesamten Niederung, wird somit in 2003 erreicht.

Die Schrobach-Stiftung hat ihr Engagement im Naturpark Aukrug deutlich ausgeweitet. Nach wie vor wollen viele Flächeneigentümer im Einzugsbereich des Kirchweddelbaches ihre Waldflächen veräußern bzw. langfristig verpachten. Inzwischen sind etwa 70 ha mit Förderung des Landes und des Kreises Steinburg für den Naturschutz gesichert worden. Jetzt kann die Renaturierung des Bachsystems in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Wasser- und Bodenverband in Angriff genommen werden. Die hierführ notwendigen Eigen-mittel übernimmt die Schrobach-Stiftung. Durch Vermittlung der Forstbetriebsgemeinschaft Hohenwestedt konnte die Stiftung außerdem im Zentrum des Naturparkes Waldflächen von insgesamt 90 ha für den Naturschutz sichern. Mit Hilfe von Fördermitteln des Landes Schleswig-Holstein wurde ein langfristiger Pachtvertrag geschlossen, der eine dauerhafte Sicherung der Flächen für den Naturschutz beinhaltet. Der Pachtzins wurde als einmalige kapitalisierte Auszahlung zu Beginn des Vertragszeitraumes entrichtet. Die von Quellen, Quellbächen und amphibienreichen Fischteichen durchsetzten Waldflächen werden in natur-nahe Wälder umgebaut.

Um die Naturschutzbelange besser in der Region zu verankern, wurde Anfang 2001 auf Initiative der Schrobach-Stiftung in der Gemeinde Aukrug der Naturschutzring Aukrug e.V. gegründet. Ziel dieses Vereins ist es, den Naturschutz in der Region zu fördern. Dafür wurden verschiedene landschaftsbezogene Interessengruppen zusammengeführt. Deshalb engagieren sich im Vorstand Vertreter des Naturschutzes, der Gemeinden, der Land- und der Forstwirt-schaft. Der Verein hat bereits verschiedene Naturschutzprojekte auf den Weg gebracht bzw. umgesetzt. Er wird sich zukünftig mit der Erstellung eines abgestimmten Naturschutz-konzeptes unter Berücksichtigung weiterer Landnutzer befassen.

Besonders hervorzuheben ist eine Schenkung. Im letzten Jahr wurde der Schrobach-Stiftung im Kreis Plön eine ausgekieste Kiesgrube von ca. 7 ha Fläche von dem Kiesunternehmer geschenkt. Sie soll naturschutzgerecht entwickelt und gepflegt werden. Dort wurde u.a. eine Nisthilfe für Uhus angebracht.

Sehr bewährt hat es sich für die Schrobach-Stiftung, bei allen Vorhaben intensiv mit der Bevölkerung vor Ort zusammenzuarbeiten. Nur so ist es zu erklären, dass in der kurzen Zeit ihres Bestehens mehr als 840 ha Fläche für den Naturschutz sichern konnte.

Auszug aus dem Jagd und Artenschutz-Jahresbericht 2002, herausgegeben vom Ministerium für Umwelt, Natur und Forsten des Landes SH