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Holz war sehr gefragt

Oeversee, den 03.03.2003

Moorwochenende lockte viele Besucher an


Strahlender Sonnenschein liegt über dem Viertshöher Moor, lässt das Eis in den wiedervernässten Gebieten glitzern, schmilzt Reste vom alten Schnee. Doch in der Luft lag am Wochenende nicht der Duft des vielleicht nahenden Frühlings, nein, es roch nach Diesel und Kettensägeöl und das knatternde Geräusch der Fichtenmopeds hallte über das ganze Gelände.

Der Naturschutzring Aukrug hatte Holz-Selbstverwerter zum Moorwochenende geladen, um die Birkenbestände im Moor zu fällen. Gekommen sind mehr als selbst die größten Optimisten unter den Veranstaltern prognostiziert haben. „Am Sonnabend herrschte hier richtige Volksfeststimmung“, beschrieb Niklas Ullrich, der neue Geschäftsführer des Naturschutzringes, den Erfolg zufrieden. „Das war wie in den Nachkriegsjahren, als jeder Holz zum Feuern brauchte“, stimmte Detlef Ratjen, Vorsitzender des Naturschutzringes, zu. Nicht einmal die Kartoffelsuppe reichte für alle. Aber das machte nichts. „Wir haben mehr oder weniger durchgearbeitet“, erzählt Roland Warnecke, der zusammen mit Magnus Helge Baltz ganz aus Ostenfeld bei Schacht-Audorf gekommen war, um sich für das kommende Jahr mit Brennholz für den heimischen Ofen zu versorgen. Am Sonnabend hatten sie gefällt und gesägt, am Sonntag wurde verladen. Um im nächsten Jahr, wenn es weitergeht, wollen sie wieder dabei sein.

Das Schlagen der Birkenbestände in den wiedervernässten Teilen des Moors sei wichtig, da gerade diese Baum-art dem Moor viel Wasser entziehe und dem Boden durch die Wurzeln zu viel Nährstoffe zuführe, erklärt Ullrich. Noch vor 130 Jahren hätte es in ganz Schleswig-Holstein rund 200.000 Hektar Hochmoorfläche (dazu gehört auch das Viertshöher Moor) gegeben, fügt Dr. Joachim Lepthin, ebenfalls vom Vorstand des Naturschutz-rings, hinzu. Heute seien es nur noch 5.500 Hektar. „Da ist jeder Quadratmeter schützenswert!“

Auszug aus den Kieler Nachrichten vom 3.3.03