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Lämmerboom in Oeversee: Geburten im Stundentakt

Oeversee, den 11.03.2003

Rekordverdächtig: Seit Anfang März wurden beinahe im Stundentakt 60 Lämmer im Stall von Schäferin Angela Kleinmann geboren. Fünf Neugeborene hängen noch an der Flasche. 50 Geburten werden noch erwartet.


Für die Schäferin Angela Kleinmann heißt es in diesen Tagen Arbeiten und Aufsicht halten rund um die Uhr. Zwei bis drei Mal muss sie nachts zum Schafstall laufen und nach dem Rechten sehen. Es ist Lammzeit.

„Die höchste Geburtenrate liegt bei 17 Lämmern am Tag“, sagt die Schäferin stolz, die trotz der Anspannung in den vergangenen Tagen einen frischen, fröhlichen Eindruck macht. Von einigen Nachzüglern abgesehen, erwartet sie in den nächsten Tagen den Großteil von 50 Lämmern, die noch das Licht der Welt erblicken sollen. Noch während des Gesprächs wurden wieder zwei Lämmchen geboren. Nach der Geburt kommen Mutterschaf und Lamm für etwa drei bis vier Tage zur Beobachtung in eine Einzelbox, um sich anschließend im gemeinsamen Gatter auszutoben. Nach vier bis sechs Wochen - je nach Witterung - können die Lämmer dann mit der 200-köpfigen Moorschnuckenherde, unter Aufsicht der beiden Hütehunde Dag und Friedel, ins Naturschutzgebiet ziehen.

Aber nicht alles geht glatt. Da sind zum Beispiel immer wieder Zwillingsgeburten, die von der Mutter nicht genügend Milch bekommen. Dann heißt es ab in die „Intensivstation“ zur Flaschenaufzucht. Dort ist Schäferin Angela Kleinmann jetzt auf Hilfe angewiesen, da die kleinen Patienten alle paar Stunden zur Nahrungsaufnahme an die Flasche oder an den Milch-eimer müssen. Eine gute Bekannte der Schäferin, Magret Jöns-Anders, hilft gerne aus und freut sich, wenn die Lämmer sich unter ihren Händen prächtig entwickeln. Zurzeit hat sie fünf Zöglinge in ihrer Obhut.

Die Schäferei von Angela Kleinmann, die im Auftrag vom Naturschutzverein Obere Treene-landschaft rund um Oeversee unterwegs ist, verkauft auch Lammfleisch. Liebhaber des Moorschnuckenfleisches können direkt bei der Schäferin ihre Bestellung aufgeben unter 0 46 02 / 95 79 65 oder 01 70 / 48 32 196.

Das im vorigen Jahr erstmals veranstaltete Lammessen wird in diesem Jahr am 4. April um 19.30 in der Gaststätte Appel in Großsolt stattfinden. Anmeldungen werden bis zum 21. März im Naturschutzbüro Oeversee unter 0 46 30 / 93 60 96 erbeten. Der Reinerlös kommt der Naturschutzherde zugute.

Auszug aus dem Flensburger Tageblatt vom 8.3.03