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Naturschutz in Kiesgruben

Oeversee, den 28.07.2003

Verein Obere Treenelandschaft plant das nächste Großprojekt

 

Kiesgruben und Naturschutz - dies sind keinesfalls Gegensätze. Britta Gottburg vom Naturschutzverein Obere Treenelandschaft geht noch weiter: „Lebensgemeinschaften, die nur auf nährstoffarmen Rohböden vorkommen, finden heute nur in Kiesgruben ideale Lebensbedingungen und somit den nötigen Lebensraum.“ In Schleswig-Holstein werden jährlich rund 15 Millionen Tonnen Kies abgebaut. In den Kreisen Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und in Flensburg liegt der Bedarf etwa bei 2,6 Millionen Tonnen. Im Kerngebiet der Oberen Treenelandschaft befinden sich neun Kiesabbauflächen, die noch genutzt werden oder ausgebeutet sind.

In einem Naturschutzgroßprojekt wird nun angestrebt, ein möglichst großes und zusammenhängendes Landschaftsgebiet zu erhalten. Hier soll vorrangig die Natur – und mit ihr seltene Tier- und Pflanzenarten – gefördert werden. In dieser „armen“ Landschaft ehemaliger Kiesgruben entwickeln sich auf offenen Böden Sandtrockenrasen mit Heuhechel und Wundklee, Thymian und anderen seltenen Pflanzen. Auch die Fauna profitiert: Sandbienen und Schmetterlinge stellen sich ein. Neuntöter, Uhu und Wespenbussard werden heimisch. Aber auch 16 verschiedene Libellenarten, 23 Laufkäferarten und Amphibien wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte oder der Moorfrosch sind in den ehemaligen Kiesgruben der Oberen Treenelandschaft anzutreffen, hat Dr. Wiebke Sach, ebenfalls Mitarbeiterin im Naturschutzverein Obere Treenelandschaft, beobachtet. „Zusätzlich zu den bereits kartierten Arten wandern weitere gefährdete Arten ein, die bisher in diesem Gebiet nicht vorkommen“, erklärt sie.

Voraussetzung sei die Schaffung neuer Pionierstandorte auf Rohböden mit Steilhängen und zahlreichen Kleingewässern. Resümee: Ehemalige Kiesgruben wandeln sich bei richtig durchgeführtem Naturschutz in der Nachnutzung in wundervolle Biotope oder tolle Freizeitgebiete.

Auszug aus dem Flensburger Tageblatt vom 28.7.2003