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Lokales Bündnis für die Natur

Oeversee, den 18.02.2004

Morgen Abend soll ein Förderverein für die Mittlere Treene gegründet werden


Dem Naturschutz, aber auch der Förderung des Tourismus und der wirtschaftlichen Perspektiven der Betriebe der Region will sich neue Förderverein „Mittlere Treene“ widmen, der am Donnerstag Abend in Treia gegründet werden soll. Die Schirmherrschaft will Landrat Jörg-Dietrich Kamischke übernehmen.

Im Norden hat seit mehreren Jahren der Naturschutzverein Obere Treenelandschaft e.V. den Schutz der Treene und der angrenzenden Endmoränen-Landschaft übernommen. Im Süden ist der Fluss Teil der Eider-Treene-Sorge Niederung, welche sowohl staatlich als auch von lokalen Vereinen intensiv betreut wird. Für den mittleren Bereich sorgten erst Natura 2000 (FFH) und die EU-Wasserrahmenrichtlinie für den nötigen Anschub zur Gründung eines Vereins für die Geest-Landschaft zwischen Eggebek/Langstedt und Hollingstedt sowie der Bollingstedter Au und der Jerrisbek. In vielen Gesprächen zwischen der Abgeordneten CDU MdL Frauke Tengler, dem Bürgermeister von Treia, Carsten Görissen, den Verwaltungs-beamten und Amtsvorstehern der Ämter Silberstedt und Eggebek, aber auch Thorsten Roos, dem Geschäftsführer des Naturschutzvereins Obere Treenelandschaft, wurden seit dem letzten Sommer die Voraussetzungen für die Vereinsgründung geschaffen.

Das Kieler Umweltministerium hat dem zu gründenden Verein einen nennenswerten Geld-betrag in Aussicht gestellt, um dieses Projekt unter Beachtung von Natura 2000 und der EU-Wasserrahmenrichtlinie vor Ort umzusetzen; Voraussetzung ist natürlich, dass ein Projekt-antrag erarbeitet wird. In Vorgesprächen mit dem Ministerium wurde Übereinstimmung bei folgenden Themenfeldern erzielt:

  • Bekenntnis zum Vorrang vertraglicher Vereinbarungen bei der Umsetzung der FFH-Richtlinie
  • ein Flurbereinigungsverfahren in allen Gemeinden der Ämter Silberstedt und Eggebek
  • Verzicht auf ein Vorkaufsrecht des Landes in den FFH-Gebieten und
  • Flächensicherung in Form von Vertragsnaturschutz oder Kauf ausschließlich zugunsten der privaten Schrobach-Stiftung.

Der zu gründende Verein wird Träger dieses Projektes sein, so dass die Menschen vor Ort die weitere Entwicklung und Umsetzung aktiv mitgestalten können.

Da sich der Verein als lokales Bündnis verschiedener Interessengruppen verstehen wird, soll der neunköpfige Vorstand nach dem Vorbild des Naturschutzvereins Obere Treenelandschaft e.V. mit Persönlichkeiten aus den Bereichen Gemeinden, Naturschutz, Landwirtschaft sowie Tourismus/Wirtschaft paritätisch besetzt werden. Ein Vertreter der Schrobach-Stiftung wird den Vorstand komplementieren. Um dieses ehrgeizige Projekt umzusetzen, sollen sich ein bis zwei hauptamtliche Mitarbeiter vor Ort den Aufgaben widmen. Finanziert wird dies sowohl durch die Schrobach-Stiftung als auch durch das Land oder die EU.

Auszug aus der SHZ vom 18.2.04