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Marketing für die Region Mittlere Treene

Oeversee, den 25.03.2004

Ämter Silberstedt und Eggebek wollen bei Grundstückskäufen und Flurbereinigung zusammenarbeiten


Die Ämter Silberstedt und Eggebek ziehen bei der Förderung der mittleren Treene-Region an einem Strang. Die Amtsausschüsse beschlossen einmütig, zur Abwicklung des Grunderwerbs im Treene-Tal und der angrenzenden Zuflüsse ein Flurbereinigungsverfahren für sämtliche 14 Gemeinden beider Ämter beim Innenminister zu beantragen. Zudem wurde mit der gemein-samen Sitzung die Unterstützung für den in der Gründung befindlichen Verein zu Förderung der Mittleren Treene dokumentiert.

Amtsvorsteher Hans-Jürgen Jochimsen wies darauf hin, dass die Treeneniederung sowohl FFH-Gebiet als auch Modellregion im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist. Daher werde sich der Flusslauf samt Talraum – ein landschaftliches Kleinod – in den nächsten Jahren zwangsläufig in seiner landwirtschaftlichen Nutzung verändern.

Thorsten Roos, Mitinitiator und vorgesehen als zukünftiger Geschäftsführer des Fördervereins, erläuterte die Zielsetzungen. Demnach soll, ähnlich dem Beispiel der Oberen Treenelandschaft, auch im Talraum der Mittleren Treene eine extensive Weidebewirtschaftung auf Vertragsnaturschutz-Basis durchgesetzt werden. Damit solle gewährleistet werden, dass sich einerseits die Natur im Tal entwickeln könne, andererseits auch eine pflegerische Bewirtschaftung erfolge, so Roos.

Für diesen Umwandlungsprozess in der Treene-Niederung stehen in den nächsten 10 bis 15 Jahren EU- und Landesmittel von sechs bis acht Millionen Euro zur Verfügung, wurde seitens des Landes in den vorbereitenden Gesprächen signalisiert. „Wir setzen aber auf die Freiwilligkeit bei den Landeigentümern und Landwirten,“ betonte Thorsten Roos.

Zweites Aktionsfeld des Fördervereins wird das Regionalmarketing sein. Gerade nach dem Abzug des Marinefliegergeschwaders (MFG2) Tarp/Eggebek würden vielfältige Aktivitäten erforderlich, um diese Region zu stärken und zu fördern, so der designierte Geschäftsführer. Besonders im Tourismusbereich, aber auch mit der Vermarktung regionaler Produkte seien „gute Ansätze“ zu sehen.

Mit im Boot bei dieser Initiative ist die Kurt und Erika Schrobach-Stiftung, die von Uwe Dierking vorgestellt wurde. Die Schrobach-Stiftung ist auch Partner des Vereins Obere Treenelandschaft und betreibt als privatrechtliche Naturschutzstiftung wertvolle Arbeit in Schleswig-Holstein.

Das erste gemeinsame Projekt der Zusammenarbeit dieser Ämter unter Einbeziehung des Amtes Oeversee stellte Dr. Bernd Zich, Ochsenweg AG, mit dem Historischen Stapelholmer Weg vor. Der Stapelholmer Weg ist eine mittelalterliche Wegeverbindung aus der Eiderregion (Stapelholm) quer durch Schleswig-Holstein nach Flensburg/Dänemark. Auf dieser Route wurden Waren transportiert und Vieh getrieben. Über den Hafen Hollingstedt erfolgte teilweise eine weitere Verschiffung in die Nordsee. Der Stapelholmer Weg verläuft parallel zum Treene-Tal und ist für Radtouristen und Wanderer reizvoll. Auf 15 Infotafeln werden dem Nutzer geschichtliche Hintergründe, landschaftliche Besonderheiten sowie die dörfliche Infrastruktur entlang des Weges erläutert. Auf dieser Route sind vielfältige Aktivitäten möglich. Die Strecke kann teilweise mit dem Fahrrad, auf dem Rücken eines Pferdes oder per Kanu auf der Treene oder auf Schusters Rappen bewältigt werden.

Die drei Ämter haben sich zusammengeschlossen, um mit Förderung des Innenministeriums aus dem Programm „Zukunft auf dem Lande“ diesen Weg entsprechend auszuschildern und auch über Flyer und Internetauftritt touristisch zu vermarkten.

Der Verein kann auf die finanzielle Hilfe der beiden Ämter setzen. Amtsvorsteher Herbert Will, Silberstedt, wies darauf hin, dass diese dem Verein gewährten Mittel zur Finanzierung von Projekten in der Region genutzt werden. Die Gemeinden bewilligten einen jährlichen Beitrag von jeweils 3500 Euro.

Auszug aus dem Flensburger Tageblatt und den Schleswiger Nachrichten vom 25.3.04