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Keine Überschwemmungen durch Aufstauen des Treßsees zu befürchten

Oeversee, den 27.03.2004

Die Befürchtung von Landwirten, ein Aufstauen des Treßsees könnte zu Überschwemmungen führen, sind nach Darstellung des Naturschutzvereins Obere Treenelandschaft nicht begründet. Dabei stützt sich der Verein auf ein Gutachten.

„Alle den Treßsee betreffenden Maßnahmen werden nur in Übereinstimmung mit den Anliegern und den Menschen der Region umgesetzt“. Eindeutig hat sich damit der Vorsitzende des Naturschutzvereins Obere Treenelandschaft, Werner Heydorn, festgelegt. Der Anstau des Treßsees, einer acht Hektar großen Wasserfläche im Bereich der Gemeinde Großsolt, sorgt seit einiger Zeit für Beunruhigung unter den Landwirten, die Flächen an der Kielstau und der Bondenau bewirtschaften.

Der Treßsee ist heute nur noch eine „große Pfütze“, lediglich 20 Zentimeter tief. Durch die geringe Wassertiefe verändert sich die Bodenstruktur und gibt an die Umwelt belastende Nährstoffe frei. Vor 40 Jahren war das Flachwassergebiet noch ein richtiger See. Die Wasser-tiefe betrug etwa 1,50 Meter. In den Sommermonaten wurde das Gewässer als Badeseee genutzt. Durch die hohen Nährstoff- und Sedimentfrachten der Zuflüsse Kielstau und Bondenau verlandete der See jedoch immer stärker.

„Ein Gutachten hat dem Verein die notwendigen Erkenntnisse über die Folgen eines geplanten Aufstaus gebracht“, berichten die wissenschaftliche Beraterin des Vereins, Diplombiologin Dr. Wiebke Sach, und die Projektmitarbeiterin Britta Gottburg. Danach würde selbst ein Anstau um 50 Zentimeter nur bei starken Niederschlägen einen Rückstau bis Großsoltbrück bewirken, Um das Risiko jedoch ganz auszuschließen, ist lediglich ein Anstau um 20 Zentimeter mittels eines Sohlgleiters, einer eingebauten Schwelle im Abflussbereich, vorgesehen. Durch das 1,80 Meter starke Gefälle wird diese Anhebung keine Auswirkungen im Bereich der Bondenau haben, versichern die Fachleute auf der Grundlage der wasserwirtschaftlichen Untersuchungs-ergebnisse.

Durch umfangreichen Landerwerb hat der Verein bereits in der Vergangenheit landwirtschaft-liche Flächen um den See und die einleitenden Fließgewässer aus der landwirtschaftlichen Nutzung geholt. „Erst wenn die letzte Fläche in der Treßsee-Niederung für den Naturschutz gesichert ist, können Anstaumaßnahmen „größeren Ausmaßes“ erfolgen“, versichert Heydorn.

Der Verein versteht sich nicht nur als Bewahrer von Flora und Fauna, sondern will hier „ein ganzheitliches Konzept“ umsetzen, nicht gegen, sondern bewusst mit den Menschen. Aus diesem Grund ist der Vorstand mit Vertretern aus verschiedenen Vereinen und Organisationen besetzt. Vorsitzender ist der ehemalige Bürgermeister von Oeversee, Werner Heydorn. Zum Konzept des Vereins gehört auch die Förderung wirtschaftlicher Perspektiven für die Betriebe der Region und der naturschonende Tourismus.

Auszug aus dem Flensburger Tageblatt vom 27.3.04