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Künstler entdecken obere Treene

Oeversee, den 29.08.2005

Die obere Treenelandschaft haben acht Künstler aus der Gruppe der Norddeutschen Realisten eine Woche lang entdeckt. Sie haben Wind und Regen getrotzt und vor Ort rund 100 Bilder geschaffen.

„Das macht uns doch gar nichts aus“, sagte Lars Möller aus Hamburg tapfer – und begab sich nach dem heftigen Regenschauer wieder an seine Staffelei. Zusammen mit Ulf Petermann aus Kiel und Till Warwas aus Bremen hatte er sich an diesem Morgen eine Uferstelle am Sankelmarker See als Standort ausgesucht um zu malen. Der See, das Ufer, die fliegenden Wolken, das rasch wechselnde Licht ergaben immer wieder andere Motive. Die drei Maler, die nicht nur dem Regen, sondern auch dem Wind trotzten, der kalt über das Wasser pfeift, waren nicht von ungefähr am See. Sie gehörten zu der Gruppe von Künstlern aus den Reihen der Norddeutschen Realisten, die auf Einladung des Naturschutzvereins Obere Treenelandschaft die Region um Treene, Großsolter Moor, Fröruper Berge, Treßsee und Sankelmarker See erkundeten und ihre Eindrücke vor Ort unter freiem Himmel festhielten. Mancher Spaziergänger, der zufällig oder gezielt auf die Künstler traf, bemerkte bewundernd, wie schnell und treffend Landschaft, Himmel und Stimmung wiedergegeben wurden.

Acht Norddeutsche Realisten nahmen an dem einwöchigen Symposium „Plein Air“ teil – neben Ulf Petermann, Till Warwas und Lars Möller entdeckten Brigitta Borchert (Kiel, Molfsee), Christoph Thiele (Kiel), Bernd Krüerke (Berlin) und Tobias Duwe (Großsee) die Schönheit der Landschaft. Sogar für Nikolaus Störtenbecker aus Munkbrarup, dem Initiator der seit 15 Jahren stattfindenden Symposien, die in zahlreichen Ausstellungen und Veröffentlichungen münden, bot die „heimische Landschaft“ noch Überraschungen. Störtenbecker hatte sich mit Tobias Duwe an das Budschi-Moor am Rande der Fröruper Berge zurückgezogen. Die beiden Künstler – insbesondere Störtenbecker mit seinem Sonnenhut und unter dem weißen Sonnenschirm – wirkten selbst wie Teil eines Gemäldes auf dieser Lichtung, wo Wollgras, Glockenheide und andere pflanzliche Raritäten wachsen und der wild bewegte Himmel sich in den dunklen offenen Wasserflächen widerspiegelte. „Auf den flüchtigen Blick wirkt das Ganze hier nicht sehr attraktiv, aber wenn man malt und somit genauer hinschaut, entdeckt man die Schätze“, sagte Störtenbecker und Tobias Duwe stimmte ihm zu. „Da wird man mitgerissen.“ Was den Künstlern aus Großsee besonders freute, war das Gefühl, in dieser geschützten Gegend willkommen zu sein.

Genau das, so Arne Petersen, Förster in den Fröruper Bergen und Organisator dieses durch Sponsoren ermöglichte Symposium, ist gewollt. „Es wäre schön, wenn wir so noch mehr Menschen für die Schönheit und Schutzwürdigkeit der Treenelandschaft begeistern könnten“, ergänzte die Projektmanagerin des Großschutzprojektes Obere Treenelandschaft, Britta Gottburg.

Das wird sicherlich spätestens die Ausstellung der Werke erreichen, die die Künstler in der Symposiums-Woche geschaffen haben. Rund 100 Arbeiten sind entstanden – in vielen verschiedenen Formaten. Die Ausstellung findet in der Akademie Sankelmark statt, wo die Künstler während des Symposiums auch Quartier bezogen hatten.

Auszug aus dem Flensburger Tageblatt vom 29.8.05