Im Frühjahr 2003 war es erstmals soweit. Insgesamt 250 Schülerinnen und Schüler der 11 ersten Klassen von sechs Grundschulen in der Oberen Treenelandschaft rückten mit Spaten und Gießkannen bewaffnet an, um „ihre“ Bäume zu pflanzen. Der Geschäftsführer des Naturschutzvereins, Thorsten Roos, erläuterte den Kindern und Lehrerinnen kurz deren Aufgabe, und schon wurden mit großer Begeisterung und mit fast überschäumendem Ehrgeiz die nötigen Pflanzlöcher gegraben. Nachdem die Wurzelballen der bis zu 4 m hohen Bäume eingesetzt wurden, begann für die Kinder ein noch größerer Spaß. Mit ihren Gießkannen rannten sie wiederholt zum nahegelegenen Bach und holten das nötige Wasser zum Angießen. Dabei galt es schnell, ein „Ertrinken“ der Bäume zu verhindern. Von den anwesenden Erwachsenen wurden schließlich die Stieleichen, Rotbuchen, Hainbuchen und Winterlinden an Pflanzpfähle angebunden. An diesen Arbeitsansatz schloss sich die feierliche Übergabe der Urkunden an. Jede Schülerin und jeder Schüler sowie zusätzlich jede Klassenlehrerin erhielt eine persönlich ausgestellte Urkunde. Mit dieser Auszeichnung - häufig die erste Urkunde im Leben der Kinder überhaupt - übernahm fortan jedes Kind dauerhaft eine Patenschaft für „seinen“ Baum. Mit der Urkunde wurde eine Lagekarte und eine Beschreibung der jeweiligen Baumart überreicht. Mit erkennbarem Stolz und einer großen Zufriedenheit fuhren die Kinder und Lehrerinnen anschließend in ihre Schulen zurück.
Die Idee zu diesem Projekt entwickelten der Naturschutzverein und die Schrobach-Stiftung gemeinsam. Nachdem die Stiftung eine ca. 7 ha große Ackerfläche an der Dingwatter Au im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes erworben hatte, entstand die Überlegung, dort eine von Bäumen geprägte, parkähnliche Weidelandschaft entstehen zu lassen. Die Fläche liegt vergleichsweise verkehrsgünstig in der Mitte der meisten Ortschaften und ist auch mit Bussen gut erreichbar. Da der Naturschutzverein enge und vielfältige Kooperationen mit den Schulen der Region pflegt, lag nichts näher, als beide Ziele miteinander zu verbinden. Wesentliche Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg dieses Projektes, welches sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstrecken und insgesamt ca. 100 Baumpflanzungen ermöglichen soll, ist der Verbleib einer vollständigen Verantwortung und finanziellen Belastung beim Naturschutzverein. Das bedeutet, dass sich sowohl die Schulen als auch die Schülerinnen und Schüler zu nichts verpflichten müssen. Sie übernehmen ausschließlich eine ideelle Verantwortung. Das Projekt bietet einen Ansatz für ausserschulischen Unterricht und erleichtert zudem eine Vernetzung zwischen den verschiedenen Schulen der Region. Im Jahr 2003 wurde diese Aktion maßgeblich von Bingo-Lotto gefördert. In den kommenden Jahren werden die Kosten aus den Mitgliedsbeiträgen des Vereins bestritten. Insgesamt unterstützt dieses Projekt die vielfältigen Bemühungen zur Stärkung eines positiven Naturverständnisses und –empfinden bereits bei den ganz Kleinen. Zudem trägt es zur Entwicklung eines Wir-Gefühls in der Oberen Treenelandschaft, welche immerhin zehn Gemeinden und zwei Ämter umfasst, bei. Am Eingang zur Fläche weist eine Infotafel auf die Inhalte und Hintergründe dieses Projektes hin.
Seit dieser ersten Pflanzaktion im Frühjahr 2003 kommen immer wieder Kinder mit ihren Eltern an den Ort ihres Schaffens zurück. Somit sind auch die Eltern mit im Boot. Sie berichten noch Monate später von begeisterten Erzählungen ihrer Kinder und nicht selten von den Nötigungen ihrer Kinder, im trockenen Sommer „ihre“ Bäume gießen zu müssen. Dieses Verantwortungsbewußtsein macht Mut für weitere Projekte dieser Art.
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